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GLUECIFER - Entertainment Devils

Das skandinavische Rock‘n‘Roll-Revival brachte in den letzten Jahren eine Menge ordenlicher Tonträger hervor. Einer der Top-Acts waren und sind Gluecifer aus Oslo. Zum lockeren Telefon-Plausch über die neue Schweinerockschwarte „Basement Apes“ meldete sich deren Frontmann Biff Malibu mit spartanischen Antworten zu einer höchst unchristlichen Zeit von 9.30h morgens.
Der neue Lonplayer strotzt erneut vor Spielfreude, Energie und purem Sex. Sind das die Komponenten, die Gluecifer ausmachen? „Definitiv Energie. Vielleicht finden manche Leute das auch sexy. Vielleicht mögen sie aber andererseits auch nicht allzu viel Energie in Verbindung mit Sex. Für mich ist das Resultat einfach hervorragend. Wir haben wirklich die besten der 25 Songs, die wir für dieses Album aufgenommen hatten, auf Platte gebracht.“ Bereits Ende 2000 wurden die ersten Tracks aufgenommen und im Laufe des letzten Jahres fertiggestellt. Nun fiebert der knapp 30-jährige der Veröffentlichung entgegen. „Es ist ein pures Rock‘n‘Roll-Scheibchen geworden. Ich singe von nichts anderem. Ob es billige „I love you - You don‘t love me“-Geschichten sind oder Texte über Gentlemen in dunklen Clubs sind - wenn die Leute es mitgrölen ist das schon verdammt cool.“ Womit er auf die unglaublichen Live-Qualitäten des Quintetts anspielt. „Wir sind Entertainer. Nicht in dem Sinne, dass wir die Leute zum Lachen bringen, sondern wir suchen die Kommunikation mit dem Publikum. Wir bringen ihnen die Musik und sie geben uns so viel zurück. Es befriedigt uns ungemein, wenn die Leute zufrieden nach Hause gehen.“ Ein sehr frischer Moment auf dem Album sind die weiblichen Backings auf „Not enough for you“. Eigentlich hatten wir dieses Mädel lediglich für einen anderen Track, der es letztendlich nicht auf das Album geschafft hat, im Studio. Und wo sie schon mal da war, haben wir sie noch auf anderen Songs ein paar Zeilen singen lassen. Man kann nicht immer alles im Studio planen, manche Dinge passieren und passen halt einfach.“ Mit der Zeit verabschiedete sich die Band von ihren schrägen Uniformen, ein Markenzeichen, das sie lange Jahre auf der Bühne begleitete. „Es war einfach ein guter Weg zu zeigen, dass dort eine Band und nicht fünf Einzelmusiker auf der Bühne stehen. Aber diese Masche wird inzwischen zu oft benutzt. Oder vielleicht besser: missbraucht.“ Wird da etwa jemand erwachsen? Trotzdem bleibt die Tatsache, dass Gluecifer immer noch der juvenil schmutzigen Version des Rock‘n‘Roll huldigen. Ob Trend oder nicht, hier klebt der Teufel dran.



Aktuelles Album: Basement Apes (Steamhammer/SPV)
© 01. April 2002  WESTZEIT ||| Text: Axel Nothen
April 2002

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