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63. INTERNATIONALE KURZFILMTAGE OBERHAUSEN - Wo Happyland und "Die autoritäre Wende in der Türkei" aufeinandertreffen

 
Ab dem 11. Mai und für eine Woche zieht es wieder Tausende Künstler und Filmschaffende nach Oberhausen zu den 63. Internationalen Kurzfilmtagen, um auf den Spuren von Filmgrößen wie Roman Polanski, George Lucas und anderen Legenden insgesamt 499 Filme aus 58 Ländern zu sichten. Für 148 davon, ausgewählt aus knapp 7.000 Einreichungen, stehen in den fünf Wettbewerben des Festivals fast 42.000 Euro an Preisgeldern in Aussicht.
Im Rahmenprogramm der sechs Kurzfilmtage finden sich zahlreiche, Programme und Werkschauen, die ganz im Sinne des Oberhausener Manifests die Rolle des Films und von Kunst und Medien im Allgemeinen als Kristallisationsfläche zeitgenössischer sozialer und politischer Entwicklungen benennen und nach angemessenen Reaktionen erforscht. Die 26 Unterzeichner des Oberhausener Manifests vom 28. Februar 1962 verordneten der ,damals, behäbigen deutschen Filmlandschaft der 1960er Jahre eine Verjüngungskur, die die Bereitstellung von geeigneten Produktionsbedingungen vorsah, um die anhaltende Talfahrt zu beenden. Dieser Prozess erforderte eine filmpolitische Stellungnahme und die aktive Teilhabe der Filmemacher am schwierigen Prozess der formalen und inhaltlichen Wirklichkeitsbestimmung des deutschen Films.
In allen fünf Wettbewerben der Kurzfilmtage, sowie der internationalen als auch der deutschen, steht die Vielfalt der Formen und Inhalte an oberster Stelle. Die Auswahl beinhaltet Filme aus allen fünf Kontinenten jeden Genres: Dokumentarfilme Spielfilme, Experimentalfilme, Musikvideos, Kinderfilme und mehr Die Dauer der Beiträge startet bei einer Minute (bei der russischen Animation „Aport“ von Denis Voronin) und endet beim 45-Minüter („Narration“ von Thomas Taube).
Mit ihrem Schwerpunkt „Soziale Medien vor dem Internet“ in ihrem diesjährigen Themenprogramm gehen die Kurzfilmtage dem Ursprung einer Utopie auf den Grund, deren Niedergang gerade in aller Munde ist. Das Programm zeigt die vielseitigen und teils wenig bekannten Formen alternativer Medienarbeit vor der weltweiten digitalen Vernetzung, während Kurator Tilman Baumgärtel, erfragt inwieweit sich die aktuelle Entwicklung schon in den frühen Medienexperimenten andeutete und was diese zu einer Neubewertung unserer Gegenwart beitragen können, die von politischer Hetze, Rassismus, Verschwörungstheorien und eine unversöhnliche und an Argumenten anderer desinteressierte Diskussionskultur in den sozialen Medien geprägt ist.
Zum 19. Mal wird in diesem Jahr auch wieder der MuVi-Preis verliehen und zwar an eine künstlerisch herausragende visuelle Umsetzung eines Musikclips. Da es sich dabei um einen Publikumspreis handelt, kann noch bis zum 4. Mai ein Votum abgegeben werden
Zwölf deutsche Clips aus 272 Einreichungen konkurrieren in diesem Jahr um die Gunst des Publikums: Videos für die Tindersticks oder The Schwarzenbach, Videos der Interpreten selbst wie Friedrich Liechtenstein, Mary Ocher oder DJ Hell, Videos von Künstlern wie Phil Collins und Experimentalfilmern wie Christoph Girardet.
Mit „HAPPYLAND. This is not an installation by Khavn“ präsentieren die Kurzfilmtage (für die Dauer des Festivals) in der Halle des Vereins für aktuelle Kunst ihre zweite Ausstellung, nach der erfolgreichen Ausstellung „Josef Dabernig & Sun Xun“ 2016.
Khavn De La Cruz, kurz Khavn ist einer der bedeutendsten philippinischen Künstler und Filmemacher der Gegenwart und vollzieht in einem installativen Nachbau eines Slums in Manila das was er mit dem „Vertrauen ins Universum“ verbindet. In einem POP-afinen Setting darf gegessen, getanzt und sich frisiert werden...
Das Rahmenprogramm der Kurzfilmtage sieht diesmal, neben der obligatorischen Parties, auch wieder eine Podium-Reihe vor: „Die Podium-Reihe ergänzt die Filmprogramme der Kurzfilmtage um ein Format, in dem Wissenschaftler, Künstler, Kuratoren und Autoren über aktuelle Fragen rund um den Kurzfilm diskutieren, ob ästhetisch, wirtschaftlich, politisch oder technologisch“. Diesmal auch eine Extra-Ausgabe zur autoritären Wende in der Türkei, am Montag, 15. Mai, 12.30 Uhr.
Gemessen an seinem diesjährigen Programm, dass sich angesichts der jüngsten Ereignisse auf der weltpolitischen Bühne, gerade hinsichtlich des positiven Ausgangs des türkischen Referendums, selbst übertroffen hat, bleibt die Bedeutung der Kurzfilmtage als Ort medienpolitischer Reflektion unangefochten.

Weitere Infos: www.kurzfilmtage.de
© 01. Mai 2017  WESTZEIT ||| Text: ellen_paris
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