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HISS GOLDEN MESSENGER - 07.12.2016 Privatclub Berlin

 
Ganz tief drinnen sind Hiss Golden Messenger aus North Carolina ganz alte Schule, aber zum Glück klingen sie nicht immer so. Denn auch wenn die formschön-filigranen Lieder von M.C. Taylor hörbar in den 70ern verwurzelt sind und in den Songs stets das Echo von Country und Folk von gestern und vorgestern widerhallt und Blues, Soul und sogar Jazz und Psychedelia stets in Reichweite sind, scheint der angenehm geerdete Sound doch eher beiläufig organisch, rein und klassisch denn aus Kalkül vintage zu sein. So hat man während des Auftritts im kleinen Privatclub stets das Gefühl, dass es hier ausschließlich um die Musik, um die Songs und den authentischen Ausdruck echter Gefühle geht. Das weiß auch Taylors All-Star-Band nur zu gut, denn Phil Cook (Megafaun), Darren Jessee (Ben Folds Five), Ryan Gustafson (Dead Tongues) und Taylors langjähriger Sidekick Scott Hirsch agieren wunderbar banddienlich, spielen miteinander anstatt nur für ihren Frontmann. So grooven sie sich beim Opener ´As The Crows Flies´ auf kleiner Flamme ein, bevor sie am Ende einen ersten kleinen Südstaaten-Orkan heraufbeschwören. Überhaupt ist die Bandbreite wie schon auf der hervorragenden neuen LP ´Heart Like A Levee´ sehr groß. Alles, was im Entferntesten mit Americana zu tun hat und auf der Bühne für Spielfreude sorgt, ist erlaubt, und deshalb wird es bei ´Like A Mirror Loves A Hammer´ dirty und funky, während das Orgel-Intro von ´Cracked Windshield´ fast schon sakral bedächtig daherkommt. Aber Dur und Moll, Melancholie und Ausgelassenheit gehören bei Hiss Golden Messenger seit jeher untrennbar zusammen.


Weitere Infos: www.hissgoldenmessenger.com
© 01. Februar 2017  WESTZEIT ||| Text: Carsten Wohlfeld
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