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MAX ANNAS - Morduntersuchungskommision

 
Rowohlt, 346 S., 20,00 EUR
Ich bin kein großer Krimi-Leser, aber bei diesem Buch schien mir die auf einem tatsächlichem Fall basierende Geschichte so interessant, dass ich gern für einige Zugstunden Teil der "Morduntersuchungskommision" der Kripo Gera wurde. Am 10.10.1983 wird die MUK zu einem "Auffindungsort" gerufen. An der Bahnstrecke Saalfeld-Jena liegt ein toter mosambikanischer Vertragsarbeiter. Nach 185 Seiten ist klar, dass der Fall politisch brisant ist, das MfS übernimmt. Damit ist Oberleutnant Castorp aber nicht einverstanden, er ermittelt nach Dienst weiter. Mit dem Ergebnis, dass er einer Truppe Jenaer Neo-Nazis auf die Spur kommt. Die gibt es aber in der DDR gar nicht, deshalb bleibt es bei der offiziellen Erklärung "Selbstmord". Das Buch wirkt wie ein alter "Polizeiruf": sehr reduziert, nüchtern, beinahe karg und tief melancholisch wird kleinteilige Polizeiarbeit beschrieben. Spurensuche, Besprechungen, Verhöre, Beschattungen, immer mit vielen Zigaretten und reichlich Weinbrand - dazu eine heimliche Geliebte (die gegen Ende am Rande doch noch Bedeutung für die Geschichte gewinnt), etwas unmotivierte Nebenstränge (man sucht ein Wochenendhaus für den Familienfrieden, ein Bücherdieb wird lustlos verfolgt, der Stasi-Bruder weiß immer mehr, als er sagt und ein pädophiler Westler kommt auch vor) und ein in diesem Kontext durchaus konsequentes, dennoch überraschendes Ende. Die Gewalt bricht sich Bahn...

Weitere Infos: www.rowohlt.de/hardcover/max-annas-morduntersuchungskommission.html
© 01. Oktober 2019  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla ||| Datenschutz
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