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V-PUNK - Drei Akkorde: Nichts für Yuppies

Eigentlich stand für die Kieler Band V-Punk in diesem Jahr eine Deutschlandtour mit der englischen Punklegende „999“ auf dem Programm, zu denen der Kontakt über Tote Hose Campino zustande kam. Doch der Traum von einer gemeinsamen Tour zerplatzte, als die Konzertagentur kuzfristig absagte. Der Grund: V-Punk werden Kontakte zur rechten Szene nachgesagt. Was wirklich dran ist, erklärte der 36-jährige Sänger und Gitarrist Zeljko Topic.
„Wir sind und waren nie eine rechte Band und haben auch noch nie mit einer Fascho-Band gespielt. Warum uns dieser Ruf leider anhängt, kann man auf unserer Internetseite nachlesen. Da distanzieren wir uns auch noch mal ganz deutlich von der rechten Szene.“ Dass Z.T., wie er sich selber abkürzt, enttäuscht über die Tourabsage ist, merkt man ihm deutlich an. „Wir fühlen uns von der Konzertagentur verarscht. Erst versprechen die uns, sie würden eine Tour für uns machen und dann kommt plötzlich eine mail: Geht leider doch nicht.“ Die Band versucht jetzt, auf eigene Faust eine Ausweichtour für den Sommer zu organisieren. Dabei möchten die drei Kieler dann wie geplant ihr neues Album „Bang Bang“ im Gepäck haben. Darauf singt Z.T. zum Beispiel davon, dass er nicht erwachsen werden will. „Das ist meine Lebenseinstellung. Damit ist praktisch alles gesagt. Ich habe mein Leben lang keinen Anzug und Krawatte besessen. Ich finde so Yuppies abstoßend.“ Dafür, dass er ein selbsternannter Kindskopf ist, sind einige Texte auf der neuen Platte ganz schön ernst. Neben Themen wie Armut und Liebe, sind auch Anti-Kriegslieder darauf zu finden. „Die Politiker reden davon, dass es nie wieder Krieg geben soll und gleichzeitig schicken sie Soldaten nach Afghanistan. Bei vielen Kriegen bekämpfen sich die Menschen und wissen gar nicht mehr warum. Vielleicht ist in zehn Jahren auch Deutschland kaputt und keiner hat´s gemerkt.“ Auch wenn Zeljko mit manchen seiner Texte die Zuhörer wachrütteln möchte, so ist der Spaß bei dem Ganzen immer noch das Wichtigste. Auf drei Coverstücken des neuen Albums hat seine 13-jährige Tochter Hanna dem Papa mal das Mikro aus der Hand genommen und den Leadgesang übernommen. Hanna hat schon immer von sich aus den Proben von V-Punk gelauscht. Wie der Vater so die Tochter: Beide lieben The Ramones und anderen 77er-Punkrock a la Sex Pistols und The Clash. Ein Einfluss dieser Bands auf die Musik von V-Punk bleibt da natürlich nicht aus, doch Z.T. stellt klar: „Wir kopieren keine Bands, mittlerweile haben wir unseren eigenen Stil. Die Basis ist aber ähnlich: drei Akkorde, kurz und laut und schnell!“ Für einen Punkrocker relativ spät, erst mit 30, hat Zeljko begonnen, selber Musik zu machen. Früher hatte er mehr Spaß daran, Punk nur zu hören und auf privater Schiene anderen Bands finanziell unter die Arme zu greifen. „Als die das erste Geld gesehen haben, ging alles bergab und ich hab´ mir gesagt: Jetzt gibt´s keine Mark mehr und ich gebe mein Geld lieber für mich selber aus. Und so ist V-Punk entstanden.“ Na dann: Viva Punk!
Weitere Infos: www.vundhanna-punk.de
© 01. April 2002  WESTZEIT ||| Text: Verena Roelvink
April 2002

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