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THE JON SPENCER BLUES EXPLOSION - Wer ist der BRMC?

New Hampshire gebar der alternativen Musikszene zwei Söhne. Doch während GG Allin sich umbrachte, ist Jon Spencer gerade im Begriff, unsterblich zu werden. Pussy Galore geriet ihm zum Kult, Boss Hog sind Chart-kompatibel. Aber nichts ist derzeit more trendy bzw. hipper als seine Blues Explosion. Warum?

Jon Spencer hat den Blues! Weisser Underground-R´n´R-Blues-Funk wäre eine konsensfähige Umschreibung dessen, was Russell Simins, Judah Bauer und eben Spencer auf "Plastic Fang" abliefern. Spencer: "Erstmals arbeiteten wir mit einem Producer zusammen. Dennoch - very classic Rock´n´Roll, very steady! Das Album ist wieder sehr persönlich, die Lyrics sind sehr wichtig für mich, direkt und klar. Aber ich möchte der CD keine Texte beilegen. Dann läge zuviel Gewicht auf den Worten. Es ist Musik. Keine Art von geschriebener Poesie." Spencer spricht leise, manchmal gar brüchig, ist ein grosser Fan von James Brown. "Kolossal! Es ist ungeheuerlich, was der macht. `Plastic Fang´ist jedoch weniger von ihm beeinflusst als all unsere anderen Longplayer. Er prägt mich im Kopf, ist fortwährend da." Bauer fragt, was an "Plastic Fang" besser gefällt als bei den Alben zuvor, verweist auch auf seine im Mai zu veröffentlichende 20Miles-Scheibe. Simins weilt unterdessen in einem amerikanischem Fast-Food-Restaurant, kann also keine Werbung für seine Solo-CD machen. Und Spencer´s Antworten enden fast immer mit dem gleichen Tenor: "Rock´n´Roll!" Er begann spät, selbst zu musizieren. "Als Kind habe ich viel R´n´R gehört, aber mit dem Gitarrespielen begann ich so um 1985."
Er lebt seine Musik, das ist sein Image. Seine Erfahrung macht ihn sicher. "Beim Black Rebel Motorcycle Club wirkt vieles wie ein verschriebenes Image? Ich habe diese Band nie gehört, kann dazu nichts sagen. Vielen jungen Gruppen mangelt es einfach an Erfahrung, so kann das Umfeld wirken. Später werden sie einen eigenen Weg finden." Das haben Spencer´s Weggefährten von früher scheinbar nicht alle geschafft. Neil Haggerty, Ex-Pussy Galore, nun Royal Trux, verfing sich zeitweise im Drogensumpf. Spencer: "Ich habe nie Drogen genommen, aber wir sind halt alle verschieden." Mehr möchte er dazu nicht sagen. "Ich habe zu alten Kollegen von Pussy Galore, mit Ausnahme des Drummers, keinen Kontakt mehr." Jon´s Ehefrau Cristina sah die Sachlage vor zwei Jahren anders: "Royal Trux sehen fertig aus? Nun, so lange sie `drauf´ waren, sah man ihnen die Sucht nicht an. Erst der Entzug bewirkte, was man nun sieht, denn sie sind clean." Cristina ist das Aushängeschild von Boss Hog, begehrt bei Mode-Shootings, sie lässt nahezu alle Männerherzen höher schlagen. Es sei denn, letztere sind homosexuell veranlagt. Dann fahren sie total auf Jon Spencer ab (Namen sind dem Autoren bekannt).Bauer ist amüsiert, Spencer total sprachlos, auf eine solche Frage nicht vorbereitet. "Was?" Fragt abermals nach. "Äh,.....das ist okay." Ruhe. Nachfrage mit dem Zusatz, dass es doch ein Kompliment sei, gut auszusehen, begehrt zu werden. Vielleicht gar Fashion. "Wenn mir mein Aussehen gleichgültig wäre, würde ich kaum so (zeigt auf seinen Anzug, darunter ein tolles Hemd, gestylte Haare, Koteletten) herumlaufen, oder? I´ve got dressed! Es gab Zeiten, da habe ich mich auch um Fashion-Zeugs gekümmert, aber soetwas möchte ich nicht mehr."

Aktuelles Album: Plastic Fang (Mute; VÖ: 08.04.)
© 01. April 2002  WESTZEIT ||| Text: Ralf G. Poppe
April 2002

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