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Such A Surge - mit Rock in den Adern wider Amerika

In Zeiten, wo den Deutschen der Ruf als innovative Trendschmiede immer mehr abhanden geht, entziehen sich Such A Surge beständig dem Treibsand der Berechenbarkeit, ohne ihr hohes Qualitäslevel und bedeutsames Produktivitätsoutput zu verlassen. Da heißt es: Gott sei Dank bestimmen nicht nur die Trend-Spastiker der wöchentlichen Media Controlcharts die hiesige Musikbranche.

Statt monatelang im Proberaum an Songs zu feilen, hatten sich Mitte des letzten Jahres die 5 Braunschweiger für 2 Wochen im Kölner Heartbeat Studio verschanzt um am Ende 11 neue Songs in Eigenregie den letzten Schliff zu verpassen. "Rotlicht" betitelt sich der "nicht komplett schroffe, aber auch nicht total durchgestylte" Longplayer, welcher seit Mitte Februar der Öffentlichkeit zugänglich ist. Da haben die Songs mit fast noisig verzerrter Gitarre, trashigen Arrangements und düster-melancholischer Grundstimmung ebenso Platz wie straighte Rock-Tunes, gerne auch mit knarzig-trockenen Arrangements, sogar Ollis spärlich einfließenden HipHop-Wurzeln existieren harmonisch neben sphärisch unterlegten Soundpassagen. Januar wurden gleich zwei Songs ("Fremdörper" u. "Alles Muss Raus") als Single veröffentlicht, "die als stellvertretend für das uneingeschränkt Riff-orientierte Album anzusehen sind". Um Gegensätze zu früheren Arbeitsweisen, Parallelen zu den Solo- bzw. Sideprojekten (Revolver u. Pain In The Ass) und andere Surge-Reformen aufzuzeigen, entlockte ich via Telefon Axel (b) ein paar klärende Auskünfte.

WESTZEIT: 10 Jahre "Gegen Den Strom". Welche eurer Motive sind heute noch genau so aktuell wie früher?
"Songs zu schaffen, die uns befriedigen und das ansprechen was wir gegenwärtig fühlen. Egal ob sie einem Hype unterliegen oder nicht."

WESTZEIT: Was hat es mit dem Albumtitel "Rotlicht" auf sich?
"Als uns unser Grafiker Kai eins seiner Bilder mit dem Namen ´Rotlicht´ offerierte, fanden wir es auf Anhieb so gut, dass wir uns entschlossen es als Albumcover zu verwenden. Der Titel steht für Wärme, aber auch für was Mahnendes, beispielsweise als ein Warnlicht in der Irakkrise. ´Rotlicht´ ist somit ein Symbol der Polaritäten."

WESTZEIT: Schluß mit Effekthascherei, das vorliegende Album ist sehr spontan, der Sound leicht spröde und die Arrangements gar hardcorelastig bis trashig. Haben eure Seitenprojekte Einfluss genommen?
"Wir wollten diesmal eine Platte jenseits von Riff-Licks, Hochglanzsounds und polierten HipHop-Beats. Unsre Anliegen war ein entrückt-experimentelles Album zu schaffen, dass jenseits aller Happy-Happy-Joy-Analogien wurzelt. Daraus resultiert, das ein düsterer Sound und kritische Texte sich wie ein roter Faden in sämtlichen Songs niederlegen. Sicherlich haben Arbeitsweisen von P.I.T.A. bzw. Revolver bewusst oder unbewusst Einfluss auf ´Rotlicht´ genommen."

WESTZEIT: Das Ganze klingt für mich ein wenig nach altem Washington D.C.-Sound und erinnert mich an frühen Bands des bemerkenswerten SST-Labels.
"Weder der Sound aus Washington-DC noch das SST-Label sind mir bekannt. Ist aber interessant. Aber Joy Devision hat bei Dennis unserem Gitarrist Einfluss genommen und somit auch in unserer Musik."

WESTZEIT: Jeder Titel ist der Versuch einer Antwort, welche im selben Augenblick hinterfragt wird. Was ist eure Message und warum alles auf deutsch?
"Zu verdeutlichen, dass Antworten auch ableitende Fragen liefern. Leute die auf alles eine Antwort haben sind zum kotzen. Deutsch, weil am verständlichsten. Aber das wichtigste für uns ist es, Gedankenanstöße zu erzeugen. Denn nicht Denken heißt zum Teufel beten."

WESTZEIT: Was bereitet dir am meisten Sorgen?
"Amerika!"

WESTZEIT: Was ist dein größter Wunsch?
"Die Verbrecher Amis zu entmachten."
Weitere Infos: www.suchasurge.de
© 01. März 2003  WESTZEIT ||| Text: Georg Lommen ||| Foto: Label
März 2003

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