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OJO ROJO - Im Schweiße ihres Angesichts

Ein kauziges Gespann sind sie schon, die Kreuzberger Freizeit-Promitruppe Ojo Rojo. Das fängt schon damit an, dass sie offensichtlich selbst nicht wissen, wie viel Leutchen denn nun bei Ojo Rojo mitmachen. Oder mitmachten. Beginnen wir mit den Fakten. Es gibt eine neue Veröffentlichung von Ojo Rojo. Eine EP, die den Titel „Cost Of War“ trägt. Diese wird jedoch als CD nicht erhältlich sein. Dafür aber im schicken Vinylkleid. Streng limitiert. Es werden 333 per Hand nummerierte Platten aufgelegt. Davon werden es ganz in Rot lediglich 100 sein und der Rest in edlem Schwarz. Wer mit Vinyl nun partout nichts anzufangen weiß, für den leigt eine Downloadcode bei. Fakt nicht Fake sind auch die beiden Gesprächspartner Olli Wong und Thomas Götz.

Die Besetzungsfrage

Erste Ojo Rojo-Plattenanläufe gab es bereits 2000 mit der „Amphetamine Rock“-EP und 2003 mit der CD „Tunes From The Wayout.“ Doch zurück in die Jetztzeit

„Es war die Geburtstagsfeier des Sängers Matt Rosta“, sagt Manchmal-Schlagzeuger Thomas „Don“ Götz. „Stimmt nicht“, schiebt Dauergitarrist Olli Wong hinterher.

„Egal, irgendetwas hat er gefeiert“, kontert Thomas Götz,” jedenfalls kam in einer alkoholgeschwängerten Feierrunde die Idee auf, jeder schreibt ein fertiges Stück, das macht dann Runde und alle schaffen sich das drauf. Das wird dann sofort aufgenommen. Olli hat ja ein Studio. Aber ich war ja gar nicht dabei. Spätestens seit ich bei den Beatsteaks eingestiegen bin und das war schon 1998.“

„Stimmt schon wieder nicht“ hält Olli Wong dagegen, „Du hast doch bei drei von sechs Stücken getrommelt. Und ein Stück hat gar kein Schlagzeug.“

Thomas Götz schaut völlig überrascht, um gleich zu sagen, „aber in Zukunft habe ich dafür keine Zeit mehr.“ Die restlichen Ojo Rojo’s haben auch selten Zeit, Bassist Henning Menke spielt wieder bei Jingo de Lunch, Lutz Buch, der zweite Gitarrist hat bei Such A Surge gespielt und ist momentan dauernd als Backliner unterwegs. Der Einzige, der zwischendurch nichts gemacht hat ist Matt Rosta.

„Der überbrückt die Zeit als Familienvater“, weiß Olli Wong, der sonst bei Gods Of Blitz spielt, „und live spielt, immer dann, wenn Thomas Götz nicht kann, also meistens, unser zweiter Trommler Michele Sylvestri.“

Doch eins ist klar, es wird weitere Platten geben. Vielleicht? Ganz sicher?! „Aber nicht vor 2018“, plant Olli Wong schon mal vor, „mit Thomas Götz am Schlagzeug.“ „Aber ich bin doch jetzt schon raus“, blickt der verwirrt in die Runde, „aber wir können später ja noch mal darüber reden.“



Die Musikfrage

Und wie ist die neue EP „Cost Of War“ denn musikalisch eigentlich so?

„Ein Brett“, ertönt es unisono. Ojo Rojo haben vor langer schon die alte Hardcore-Schule besucht. Die Lehrer dort in den Hauptfächern waren Motörhead und AC/DC. Und da sie nicht nur für die Schule, sondern für das Leben lernten, haben sie erneut eine wunderschöne, spielfreudige Krawallplatte mit viel Geschrei gemacht. Laut und schnell, geht es bei den sechs Stücken ohne Umwege zur Sache. Da jeder der Beteiligten über Jahre am Wegesrand sein eigenes Geschmacksblümchen gepflückt hat und zu den Aufnahmen mit ins Studio brachte, reicht die Lauscherschar auch vom Death-Metal-Ohr bis hin zu den Punk-, Hardrock, oder Stoner-Rock-Hörern. Wer von denen ab und zu eine Verschnaufpause durch eine gradlinige Melodie und deutlich reduziertes Tempo braucht, der kriegt sie, im Stück „Hand Me Down World.“ Ein Cover von The Guess Who. Damit wären zumindest die Musikfakten geklärt.

Aktuelles Album: Cost Of War EP (Joe Black Records)
© 01. Mai 2010  WESTZEIT ||| Text: Franz X.A. Zipperer
Mai 2010

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