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MAD SIN - Sünder unterm toten Mond

MIt fast 25 Jahren gehören Mad Sin, oder zumindest deren Front-Mann ,Big „Koefte“ Deville, zu den dienstältesten Psychobillies der Welt. Mit dem Wechsel zu People like you-Records hat sich auch bei dieser Formation einiges getan. Ein fast rundes Jubiläum und die 500 millionste LP der Bandgeschichte, sind Grund genug Mastermind Koefte mal intim zu befragen.
Erstmal Glückwunsch zur neuen LP "Dead Moon Calling". Ist dies vielleicht das vielseitigste Album von Mad Sin?

„Richtig. Wir haben schon immer viel experimentiert und sind über die -jedenfalls früher, engen - Grenzen von Psychobilly hinaus gegangen. Auf der neuen sind wir wieder einen Schritt wieter gegangen und uns war klar, das sie vielen Die-Hard-Psychos vielleicht nicht so gut gefallen wird.“

Wieso?

„Die Psychbilly-Szene entwickelt sich nicht besonders schnell, da sind viele Scheuklappen unterwegs gewesen. Und die Psycho-Szene war in den 80ern und frühen 90ern sehr gewaltätig. Da sind ein paar Dinge passiert, die einfach Scheiße waren. Es reichte schon, mit einem "Demented are go"-Aufnäher bei einem "Meteors" Konzert aufzutauchen und schon ging die Jacke in Flammen auf, was noch harmlos war. Das hat viele Leute, die die Musik mochten, ferngehalten.“

Was hälst du von Punk-a-billy?

„Das ist genau das, was ich meine. Das ist eine gute Sache. Ende der 90er war Psychobilly mehr oder minder tot und heute gibt es ja schon fast ein Revival. Erst durch die Kids, die früher vielleicht Hardcore oder Skate-Punk hörten, und jetzt plötzlich merken, da gibt’s noch mehr abseits des Mainstream, hat unsere Szene "neues Blut" bekommen. Wir hatten zwar immer schon die wildesten Publikumsmischungen, Psychos, Punks, Rockabillies, Skater, Skins, Metaller, eben alles was mit Mad Sin was anfangen konnte, aber seit die Gewalt entfällt, ist alles sehr relaxed und cool.“

Wo siehst du Psychobilly, wo steht Mad Sin in fünf Jahren?

„Ich denke Psychobilly wird es immer geben. Genauso wie es immer Punk oder Rockabilly geben wird. Weil es eine sehr prägende Geschichte ist. Die Musik ist sehr eigenständig und simpel. Wir versuchen dieses Simple für uns ein bischen aufzuwerten, aber die Basis wird immer bleiben.“

Wie kamt ihr zu People like You?

„Naja, wir hatten damals einen Major-Deal mit Polygramm, der von unserer Seite her ein bischen überstrapaziert wurde (lacht). Und wegen der imensen Kosten sind wir dann rausgeflogen, als Polygramm von Universal geschluckt wurden. Danach wussten wir auch gar nicht mehr so richtig, ob, oder wie, wir weitermachen wollten. Dann hat uns André von PLY in Oberhausen gesehen, wollte uns unbedingt haben und hat gesagt: "Jungs, macht worauf ihr wirklich Bock habt." So ist letztendlich auch die neue LP entstanden.“

Ihr seid eine ausgesprochene Live-Band und habt euch in den letzten Jahren, besonders aber seit dem PLY-Signing den A...sch abgetourt. Wie findet man da noch Zeit für einen Longplayer mit immerhin 19 Tracks?

„Stimmt schon, wir waren die letzten zwei Jahren fast konstant auf Tour. Da hat man eigentlich wenig Bock sich, wenn man dann mal zuhause ist, wochentags mit der Gitarre hinzusetzen und ein paar Songs zu schreiben. Dementspechend unzufrieden waren wir dann auch mit den Songs und haben dann alles nochmal neu oder umgeschrieben, was sich letztendlich sehr gelohnt hat. Ein paar der Songs klingen vielleicht zu glatt oder überproduziert, aber „Dead Moon calling“ ist es eine Scheibe,die man auch mal relaxed zuhause hören kann, ohne gleich in Party-Stimmung zu kommen.“

In welchem Land spielt ihr am liebsten?

„Ganz klar Japan. Die Leute sind da echt mit Herzblut bei - eben kein Mode-Ding, obwohl man das denken könnte, so extrem wie die gestylt sind. Aber die sind halt einfach weit drüber und authentisch, sehr sehr treu und einfach echt. Eben absolute Fans! Respektvoll aber ohne Arschkriecherei - ich meine, es ist schön in Kalifornien zu spielen, gutes Wetter, schöne Frauen, alles, aber das Gelaber hinterher geht mir auf den Sack.“



Aktuelles Album:

Dead Moon Callling (PeopleLikeYou)
© 01. Oktober 2005  WESTZEIT ||| Text: André Helfers
Oktober 2005

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