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THE GENERATORS - Guter Umgang mit schlechten Zeiten

In den letzten Jahren gab es sicherlich viele Bands, die es leichter hatten als The Generators. Wir erinnern uns, als vor knapp zwei Jahren ihr letztes Album „Excess, Betrayal... and our dearly departed“ erschien, waren im Umfeld der Band mehrere Todesfälle zu verzeichnen, darunter auch der des Kindes von Frontmann Doug Dagger. Dennoch klang das Album schlüssig. Ebenso das neue, das nun einen nicht minder traurigen Namen besitzt: der Winter der Unzufriedenheit.

Sänger Doug sieht es eher lässig. „Wir haben diesen Namen gewählt, weil die letzten Winter immer schlechte Zeiten für einige von uns bedeutet hatten. Das waren schlechte Zeiten und wir dachten, der Titel und die Texte könnten den Schmerz, den wir in den letzten beiden Wintern erfahren haben, erklären. Manche dieser Songs sind in den schlimmsten Momenten entstanden. Schmerz bringt normalerweise bessere Musik hervor.“ Ansonsten sind die Winter in L.A. allerdings eine hervorragende Angelegenheit. „Ich mag sie, der Regen kommt und es wird kühler. Manchmal sind die extrem heissen Sommertage unerträglich. Warum die letzten Winter so extrem hart waren, kann ich nicht erklären, aber manchmal spielt das Leben einem halt übel mit. Das sind Zeiten, die dich nur stärker machen können, wenn du nicht daran zerbrichst. Ich werde diese Zeit nie vergessen, ich kann daraus nur lernen.“ So sind die Emotionen, die auch auf diesem Album behandelt werden, eindeutig. „Es geht um Schuld, Vergebung und Sünde - alles, was während diesen Aufnahmen überkochte. Ich habe während einer Zeit geschrieben, in der ich die Realität nicht mehr sehen konnte, und glücklicherweise bin ich da nochmal heil rausgekommen.“ An bestimmten Stellen wirkt das neue Album jedoch ein wenig fröhlicher als das letzte. „Eigentlich war die Aufnahme-Umgebung nicht so gut, aber wir haben das beste daraus gemacht. Es war etwas lockerer, weil wir immer ein paar Songs geschrieben und sie dann direkt aufgenommen haben - so hat sich der Prozess über ein paar Monate hingezogen. Beim letzten Album ging es um all die üblen Sachen, die gerade stattfanden, dann haben wir komischerweise in die Zukunft geschaut und so geht es beim neuen Album eher um die Tage nach der Zerstörung, somit ist es eigentlich der zweite Teil von „Excess, Betrayal...“ geworden. Bitte nicht falsch verstehen, das war bestimmt keine lustige Zeit, aber das Leben wurde langsam wieder normal, was eine ziemliche Erleichterung war.“ War der Schritt zurück zur Normalität denn einfach? „Oh, Mann! Ich weiss, dass das nächste Album keine Reflektion dieser Tage mehr sein wird, weil ich bereits ein neues Kapitel meines Lebens aufgeschlagen habe. Musik macht mich glücklich, sie ist für mich so etwas wie ein Ventil.“ So war auch das Songwriting dieses Mal eine schnelle Herzensangelegenheit. „Es war wirklich nicht schwierig. Wenn ein Song zu lange braucht, um cool zu klingen, werfen wir ihn weg und machen etwas neues. Gute Songs enstehen sehr schnell, wenn es Wochen dauert, dann stimmt irgendetwas nicht damit.“ Glücklicherweise ist jetzt alles in Ordnung. Naja, vielleicht noch nicht alles, aber zumindest ist ein verdammt frisches Album am Start und die Band tourt (derzeit auch hierzulande mit Mad Sin, US Bombs u.a. auf der „Where The Bad Boys Rock“-Tour). Wenn das mal kein eindeutiges Lebenszeichen ist...

Aktuelles Album: The Winter Of Discontent (People Like You/SPV)
Weitere Infos: www.the-generators.com
© 01. April 2005  WESTZEIT ||| Text: Axel Nothen
April 2005

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