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ABSYNTHE MINDED - Einmal Gent und wieder zurück

Vom belgischen Gent bis hinüber nach Deutschland benötigt es per Automobil kaum mehr als eine Stunde. Fast 40 Minuten dauert ein kompletter Durchlauf von „Aquired Taste“, dem ersten Album von Absynthe Minded, deren kruden Mix aus osteuropäischer Musik, Klezmer, Swing und Rock Tom Barman von Deus kürzlich als „Belgiens Versprechen für die Zukunft“ bezeichnete. Bis zur Veröffentlichung ihres ersten Albums hier benötigte die erst 2002 gegründete Band um den ehemaligen Singer/Songwriter Bert Ostyn jedoch wesentlich länger. Während dort in Kürze schon Album Nummer zwei in den Plattenläden stehen soll, wurde Aquired Taste gerade erst hier veröffentlicht. Über dies und anderes sprachen wir mit Bert Ostyn in einem kurzen Interview.

Wie seid ihr auf euren Namen gekommen?



Dieser Name schwirrte mir schon im Kopf herum als ich anfing Songs zu schreiben, weil ich selbst manchmal auch eine sehr Absynthe-Minded-Person bin. Außerdem gefallen mir die Mythen, die sich um dieses Getränk ranken. Es gibt viele große Künstler, die Probleme mit ihrer Abhängigkeit zum Absynth hatten. Außerdem fand dieser Likör auch Verwendung, wenn es galt Frauen betrunken zu machen, und diese teuflische Bedeutung hat mir gefallen.



Schreibt ihr eure Musik zusammen, oder bist Du für eure Songs verantwortlich?



Im Normalfall ist es so, dass ich mit Ideen ankomme, mit denen wir dann improvisieren. Es sind alles tolle Musiker mit denen ich zusammenarbeite, und die wissen schon, was sie machen wollen. Für das Arrangement sind wir alle als Absynthe Minded verantwortlich.



Die Stile, die ihr verwendet - zwischen osteuropäischer Musik, Klezmer, Swing und Rock – haben so in der Geschichte der Popmusik nicht oftmals miteinander stattgefunden. Wie kam es bei euch dazu? Hattet ihr dies bewusst geplant, oder war es eher Zufall, dass es sich so ergab?



Der Zufall hat schon eine wichtige Rolle gespielt. Allerdings muss man auch sagen, dass unsere Einflüsse einfach sehr verschieden sind; wir hören einmal diesen jazzigen Swing, dann Drum’n’Bass und anderes. Ich sehe uns gerne als Band, die eine Art europäischen Crossover macht, obwohl wir wohl auch viele amerikanische Rockeinflüsse haben. Aber meist denken wir nicht darüber nach. Jeder ist frei, das zu spielen, was er will. Solange es denn zum Song passt.



Wie erklärst Du Dir, dass ein kleiner geographischer Ort wie Belgien solch viele tollen Bands herauszubringen imstande ist? Und siehst Du Parallelen zu der Musik von Deus, Soulwax oder anderen dortigen Künstlern?



Ich kann jetzt nur von Gent reden. Das ist eine kleine Stadt mit vielen Bars, in denen man auftreten kann. Ich könnte mir aber vorstellen, dass dies etwas mit dem belgischen Lebensstil zu tun hat. Belgien liegt direkt zwischen Frankreich und Deutschland, und wenn man nach Brüssel kommt hab ich schon den Eindruck, als würden hier viele Kulturen zusammenkommen. Ich weiß nicht, ob es wirklich daran liegt, aber ich hab auch den Eindruck, dass viele gute Bands hierher kommen.

Parallelen zu den von Dir genannten Bands sehe ich eher nicht, aber ich war immer schon ein sehr großer Fan von Deus, die mich mit Sicherheit auch beeinflusst haben. Ich kann es kaum abwarten, das neue Album in den Händen zu halten, was im nächsten Monat herauskommen soll. Wir veröffentlichen den Nachfolger zu Aquired Taste auch schon im kommenden Monat.



Ist demnächst eine Tour durch Deutschland geplant?



Die Planungen hierfür gestalten sich schwieriger als erwartet. Wir möchten liebend gern, haben aber nicht das Budget dazu, müssten also zunächst auch als Support für jemand anderen gebucht werden.
© 01. April 2005  WESTZEIT ||| Text: Thomas Peters
April 2005

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