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ASH - Rock American Style

"Meltdown" ist nicht nur der Titel des neuen Albums von Ash, es ist auch eine ziemlich gute Beschreibung ihres aktuellen Sounds. Härter, düsterer als je zuvor, aber trotzdem weiterhin catchy as hell gehen Sänger Tim Wheeler, Schlagzeuger Rick McMurray, Bassist Mark Hamilton und Gitarristin Charlotte Hatherley auf ihrem vierten Album zu Werke. Eine 180-Grad-Wendung im Vergleich zum äußerst poppig geratenen Vorgänger "Free All Angels", mehr noch sogar, das neue Album markiert in gewisser Weise einen Neuanfang für die Musiker aus Nordirland, die Mitte der 90er - damals noch im Teeniealter - mit großartigen Singles wie "Girl From Mars" oder "Goldfinger" zu Shooting Stars avanciert waren.

"Wir haben wirklich das Gefühl, dass wir der Band neues Leben eingehaucht haben und nun für uns ein neues Kapitel beginnt", bestätigt Rick beim Treffen mit der WESTZEIT vor dem Auftritt seiner Band in Bochum. "Die Band gibt es nun seit fast zwölf Jahren, und deshalb sind wir besonders stolz, dass das neue Album neue Wege einschlägt und sehr anders, aber auch sehr frisch klingt. Wir spielen das komplette neue Album auch live. Das haben wir bei früheren Platten nie gemacht, weil wir noch nie so sehr von einem Album überzeugt waren!" Dabei sind Ash natürlich seit Jahren vor allem als ausgezeichnete Liveband bekannt, die sich zwar nie einer gehypten Szene zugehörig fühlen konnte, inzwischen allerdings genau darin das Geheimnis ihrer Langlebigkeit sieht. Wenn eine Band so viel unterwegs ist wie die vier Iren, können sie da eigentlich auch das Reisen genießen oder sind es nur die zwei Stunden jeden Abend auf der Bühne, die dem Quartett den besonderen Kick geben? "Das Herumreisen ist 'fucking brilliant'", entfährt es Charlotte, die gegen ein wenig Luxus unterwegs allerdings dennoch nichts einzuwenden hat. "Unsere letzte Tournee in den USA haben wir in einem Kleinbus absolviert. Das war das erste Mal überhaupt, dass ich mit einem solchen Gefährt zehn Stunden am Tag unterwegs war. Das hat dazu geführt, dass ich einen guten Tourbus jetzt viel mehr zu schätzen weiß!"
Nachdem die Band nach der Veröffentlichung von "Free All Angels" vor vier Jahren vor allem in den US ausgedehnte Konzertreisen unternahm, um sich jenseits des großen Teiches endlich auch den Status zu erspielen, den sie in Europa schon seit Jahren besitzt, spielten die vier auch das neue Album in den USA ein. Eine Premiere für die Band. "Wir haben die Platte dort aufgenommen, weil es in Los Angeles schlicht und ergreifend die besten Studios und die besten Tontechniker gibt", erklärt Rick. "Dort aufzunehmen bedeutet einfach, das Bestmögliche aus den Songs herauszuholen. Aber natürlich hat uns Amerika schon immer ziemlich beeinflusst. Als wir anfingen, waren wir große Fans von Nirvana oder den Smashing Pumpkins. Mit diesen Bands hatten wir immer mehr gemeinsam als mit der englischen Musik." Wobei es Ash allerdings nicht nur darum ging, im Heimatland ihrer alten Helden aufzunehmen, sondern auch mit den richtigen Leuten - zum Beispiel dem für seine Arbeit mit den Foo Fighters bekannten Produzenten Nick Raskulinecz - zu kollaborieren. "Die Leute, mit denen wir in den USA zusammengearbeitet haben, interessieren sich für die gleichen Bands wie wir", weiß Rick. "Gruppen wie Queens Of The Stone Age, Audioslave oder System Of A Down. Also genau das Zeug, das sich hörbar vom Durchschnitt abhebt. Wenn du nämlich das amerikanische Rock-Radio einschaltest, hörst du einen schlimmen Einheitsbrei. Alles klingt identisch, weil alle Platten auf die gleiche Art und Weise produziert werden. Die Leute, mit denen wir zusammen gearbeitet haben, waren ohne Zweifel ein Stück abseits des Mainstreams." Das sieht auch Charlotte ähnlich: "Die Rock-Szene in den USA ist viel größer als in Großbritannien, und das passte uns für das neue Album ganz gut in den Kram, denn unsere neuen Stücke sind ja viel härter. In gewisser Weise ist die neue Platte unser Versuch, den amerikanischen Rocksound einzufangen! Das Album in den USA aufzunehmen, machte einfach Sinn!"
Weitere Infos: www.ash-official.com
© 01. Juni 2004  WESTZEIT ||| Text: Carsten Wohlfeld ||| Foto: eastwest
Juni 2004

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