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Johnny Cash - Still Miss Someone

John R. Cash wurde am 26.2.1932 in Kingsland als viertes von sieben Kindern geboren. Seine Jugend verbrachte er auf den Baumwollfeldern, als Heranwachsender war er Air Force- Funker in Deutschland, wo er, der Legende nach, der erste Mensch im Westen war, der von Stalins Tod erfuhr. Jobs nahm er an, um seine Familie durchzubringen. 1954 hatte er Vivian Liberto geheiratet, die ihm vier Töchter schenkte. Von der Musik leben konnte er erst 1956, als "I walk the Line", sein erster Hit, auf dem legendären Rockabilly-Label Sun Records erschien. Plötzlich stand der Cottonpicker aus Arkansas auf einer Stufe mit Elvis, Carl Perkins und Jerry Lee. Da war er schon Tablettensüchtig und trank. Umstände, die ihn, nicht aber seine Karriere zerstörten.

Richard Nixon nannte ihn die "Stimme des wahren Amerikas". Sicher, er war Patriot, wie alle Amerikaner. Aber nur Ahnungslose sahen in ihm den Redneck-Hillbilly. Seine Songs sprechen eine Sprache, die nur missversteht, wer nicht hinhört. Elend und Krieg bewegten ihn – er wurde zum Man in Black, der Trauer für die Ermordeten, Entrechteten und Verurteilten trug. Seine Auftritte in den Knästen von San Quentin und Folsom sind heute anerkannte Meilensteine der Musikhistorie.

Als im Mai 2003 seine zweite Frau und grosse Liebe June Carter starb, die ihm 1963 mit "Ring of Fire" einen Welthit schenkte, ihn von seinen Süchten kurierte und seinen einzigen Sohn John Carter zur Welt brachte, war es wohl auch für ihn Zeit vor den Schöpfer zu treten, nach dem er sich auf seinem Spätwerk so sehr gesehnt hatte.

Als Johnny Cash am 12. September 2003, mit 71 Jahren, an den Folgen von Diabetes und Leben verstarb, befand ich mich bei Dreharbeiten. Erst in der Nacht hörte ich vom Tode eines Idols. Während tagsüber auf unserem Licht-Truck noch die Alben "San Quentin", "Folsom Prison" und die "American Recordings"-Reihe liefen, war irgendwann, zwischen "Cocaine Blues" und "Orange Blossom Special" am anderen Ende der Welt eine Legende von uns gegangen.

Am nächsten Tag kam Hermann, unser Kameramann, gleich nach Arbeitsbeginn auf mich zu und dankte mir, dass ich trotzdem zum Set gekommen war. Der Trost den mir ein Mann zusprach, der mit seiner Kamera über zehn Jahre lang Freddy Mercury bis zu dessen Tod begleitet hatte, rührte mich zu Tränen.

Zeigte es doch, wie sehr Johnny Cash es zeitlebens verstanden hatte ein Massenpublikum zu erreichen, ohne seine Authentizität zu verlieren. Wir trauern mit den Hinterbliebenen.

Rest in Peace Man in Black!

We´ll meet again!
© 01. Oktober 2003  WESTZEIT ||| Text: André Helfers
Oktober 2003

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