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FOUNTAINS OF WAYNE - Die gute Schule

Jeder Song ein Hit – wovon andere Bands nur träumen können, ist für andere die ganze Schönheit der Realität. Nun ist dies natürlich relativ und potentiell zu werten, denn - warum auch immer - so richtig erfolgreich waren Fountains Of Wayne bislang nicht. Und doch haben sie mit Chris Collingwood und Adam Schlesinger zwei Songwriter in ihren Reihen, die jeder noch so ordinären Akkordfolge genau die richtige Portion Esprit beifügen. Endlich ist nun ein weiteres Dokument dieser wohl einzigartigen Band verfügbar. Einzigartig, weil sie anscheinend niemals aufhören zu lächeln.

Bassist Adam Schlesinger ist gut gelaunt. Genau das kann man auch seinen Songs anhören. Ein neuer Schwung fröhlicher und auch nachdenklicher Dreieinhalbminüter musste allerdings lange auf sich warten lassen. "Nach dem letzten Album haben wir relativ lange getourt und brauchten anschließend eine Pause, welche wir auf fast ein ganzes Jahr ausgedehnt haben. Dann haben wir uns mit dem neuen Songwriting etwas mehr Zeit gelassen und mussten ja ausserdem noch ein neues Label finden. Das hat sich alles summiert." Warum sie ob dem guten Songmaterial der ersten beiden Platten sich dann eine Vertragsauflösung einfuhren, ist nicht nur mir unverständlich. "Für mich waren unsere die beiden Scheiben erfolgreich, für ein Label dieser Größenordnung sind aber Millionenseller wie Kid Rock oder Matchbox 20 Erfolge, die sie auch weiterbringen." Das alte Leid. Gemessen wird halt nicht mehr nur die Qualität, sondern auch die quantitative Umsetzung. "Bei den Kritikern kommen wir meist gut an, weil sie verstehen, dass wir als Band unsere eigene Persönlichkeit vermitteln wollen, was heutzutage nicht mehr wirklich üblich ist. Man bekommt halt ein wenig mehr Aufmerksamkeit, wenn man ein Album macht, das sich nicht genau wie alle anderen Veröffentlichungen dieser Zeit anhört." Was sicherlich auf die Vielfalt an stilistischen Grundlagen zurückzuführen ist, die die Band einbringt. Ist machmal nicht eher weniger mehr? "Wir beschränken uns schon auf das, was wir wirklich umsetzen können. Wenn wir einen Song im Stile von Linkin Park aufnehmen würden, wäre dieser in vielerlei Hinsicht grausam. Vor allen Dingen, weil wir deren Spielart nicht beherrschen." So bleibt der Schuster bei seinen Leisten und spricht trotz unterschiedlicher Ausrichtung wie etwa der Country-Nummer "Hung Up On You" sicherlich viele Leute an. "Natürlich hoffen wir, unsere Fanbase zu vergrößern. Allerdings hatten wir auch Angst, dass wir aufgrund der langen Auszeit einfach als eine dieser Bands aus den 90ern ignoriert werden." Die ersten Pressestimmen aus den USA waren dann aber Balsam für die Seele. Ausserdem läuft die Single "Stacy‘s Mom" dort besser als jeder andere Fountains Of Wayne-Song. "Sicherlich sind all unsere Songs in gewissem Sinne catchy, aber wenn du dir die Charts ansiehst und was da gerade alles einen Hit markiert, wirst du schnell merken, dass gar nichts davon mit uns zu vergleichen ist. Naja, wir haben für unser aktuelles Video als Hauptdarstellerin Rachel Hunter verpflichten können, was die TV-Rotation ebenfalls anschiebt." Dennoch bleiben die Herrschaften gerne auf dem Boden der Tatsachen. "Wir sind eigentlich ziemlich bescheidene Typen. Wir wollen uns auf jeden Fall weiterentwickeln und vor allem wollen wir weiterhin Platten machen, die sich auch jemand anderes ausser uns gerne anhört." Das riecht nach viel Arbeit. "Songwriting ist ein Handwerk, das gelernt sein möchte. Aber wenn du in einer Band spielst, musst noch so viele andere Sachen erledigen, die ganz und garnicht kunstvoll erscheinen. Da ist es manchmal echt hart, am Ball zu bleiben."



Aktuelles Album: Welcome Interstate Managers (S-Curve/Virgin)
Weitere Infos: www.fountainsofwayne.com
© 01. Oktober 2003  WESTZEIT ||| Text: Axel Nothen
Oktober 2003

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