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SOIL - Bring back the rock

Die Geschichte von Soil ist vielleicht schnell erzählt, aber noch lange nicht am Ende angelangt. Nach dem unglaublichen Debüt „Scars“ und dem darauf enthaltenen Underground-Hit „Halo“ standen unzählige Touren an, darunter auch auf dem Ozzfest in den USA, die das Quintett als hervorragende Live-Band präsentierten. Nun der verflixte zweite Streich und, wie zu erwarten war: er überzeugt erneut.

Und das wohl nur, weil die Rezeptur von Anfang an stimmig gewählt war, wie man Bassist Tim King gerne glaubt: „Mit Soil wollen wir an OldSchool-Rockbands wie Led Zeppelin, Black Sabbath, Aerosmith und Kiss erinnern. Wir benutzen keine Samples, Keyboards oder überbordende Effekte, nichts kommt vom Band. Alles, was du hörst, spielen wir wirklich selbst. Bei Aufnahmen kann man immer noch ein paar zusätzliche Tracks einbauen, damit es möglichst perfekt klingt, aber live muss es einfach Spaß machen.“ So bodenständig diese Maxime klingt, so einfach ist es dann auch, sie zu befolgen. „Alles kommt und geht, besonders in den USA, wo der Trend alles bestimmt. Aber wir als HeavyRockband sitzen in einer Szene, die niemals wirklich verschwinden wird. Rockmusik wird immer seinen Platz haben, vielleicht eine andere Form oder mal einen anderen Namen erhalten, aber doch immer noch das gleiche verkörpern.“ Nach dem erfolgreichen Erstling stellten sich viele die Frage, ob die Band dieses hohe Level halten kann. Mitunter auch Soil selbst. „Es gab nicht wirklich viele Dinge, die wir unbedingt ändern wollten, weil wir uns und die Persönlichkeiten der einzelnen Mitglieder viel zu gut kennen. Wir sind definitiv erwachsener geworden und haben nach „Scars“ sehr viel auf Tour von Acts wie Ozzy oder Rob Zombie gelernt, viel über Musik und viel darüber, wie wir gerne wahrgenommen werden möchten. Das sind Erfahrungen, die uns auch im Studio weitergeholfen haben. Auf „Redefine“ wollten wir nicht neu definieren, was wir tun, sondern, wer wir wirklich sind. Eigentlich wollen wir damit nur sagen: Hey, wir sind Soil und sind wieder da, um euch noch mal in den Arsch zu treten. Wir haben uns ein wenig mehr auf Melodien und Rock- statt Metal-Elemente konzentriert, darum ist dieses Album auch etwas facettenreicher ausgefallen.“ Trotzdem scheint es einen Punkt zu geben, den die Band nicht überschreitet, was dann sicher zu Lasten der Kompaktheit führen würde. „Eine großartige Sache an Musik ist, dass es keine Limits und keine Grenzen gibt, du kannst dich stetig verbessern und in andere Richtungen ausschlagen. Bis auf Ryan haben wir alle vorher in DeathMetal-Bands gespielt und sind an einen Punkt gekommen, an dem wir in dieser Richtung nichts weiter erreichen konnten. Also haben wir uns auf unsere Wurzeln besonnen und noch einmal neu angesetzt. Es gibt immer Sachen, die wir nicht bei Soil unterbringen können, weil sie einfach nicht dort hinein passen, aber unser Ziel ist es eher, eine Rockband mit elementaren Bestandteilen zu sein.“ Der Schuster bleibt bei seinen Leisten und bringt das, was er am besten kann. Zielgerichtet blickt die Band auf viele weitere Shows (u.a. Anfang Juni mit Damageplan und Drowning Pool sowie bei Rock am Ring / Rock im Park) und arbeitet stilsicher weiter. Denn die Zukunft ist groß. „Sicherlich habe ich noch viele Träume für diese Band, aber bislang hat alles, was wir erreicht haben, meine Hoffnungen, die ich seit meinem 14. Lebensjahr vor Augen habe, schon weit übertroffen.“

Aktuelles Album: Redefine (J Records/RCA/BMG)
Weitere Infos: www.soilmusic.com
© 01. Juni 2004  WESTZEIT ||| Text: Axel Nothen
Juni 2004

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