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PATRICE - Musik verbindet!

„Grundsätzlich sehe ich mich nicht als Reggae-Künstler. Ich habe versucht, über die DVD klar zu machen, ich sehe mich eher als Singer/Songwriter, der durch Reggae sozusagen musikalisch sozialisiert wurde, aber sich nicht wirklich in einem Stil verwurzelt sieht“. Für Patrice zählt der Ausdruck, die Botschaft.
Seine erste CD, so gesteht der Musiker, sei wohl noch Reggae gewesen. Spiele man seine Songs jedoch auf einer Akustik-Gitarre, ohne weiteres Instrumentarium, käme man kaum auf dieses Genre. Seine Reggae-Roots lassen sich nicht verleugnen. Patrice wohnte in der selben Stadt wie Gentleman, ging auf die selben Parties, der Freundeskreis war nahezu identisch. Entdeckt wurde Patrice von dem Produzenten Matthias Arfmann (Jan Delay-Producer), hieraus resultierte der Kontakt zu Jan Delay. Patrice: „ Der Song `Party´ von meiner ersten Platte entstand mit Jan!“ Der Durchbruch gelang 2005 mit dem Album „Nile“, inklusive Single-Hit „Soulstorm“. Für die visuelle Umsetzung dieses Chart-Erfolges schrieb Patrice das Drehbuch selbst. „Doch das Konzept ist nicht ganz `rübergekommen, der Regisseur hat es nicht so gut umgesetzt. In dem Video geht es eigentlich um die Stimme, die -Voodoo- immer weiter geht. Jeder, der den Menschen, der die Stimme hat, gerade berührt, auf den springt sie über.“ Ein Kreislauf, wie das Leben, und die neue Live-DVD. Sie zeigt Sequenzen aus Kerpen, dem alten und aktuellen Wohnort von Patrice. „Kerpen hat seine guten und schlechten Seiten. Die gute Seite - es hat etwas total Menschliches. Die schlechte Seite - niemand ist in deinem Business, du hast keine Privatsphäre dort. Alle sind sehr involviert in dein Leben, du wirst nicht so richtig in Ruhe gelassen. Wenn du aber wegfährst, hast du deinen Frieden.“ Patrice wohnte kurzzeitig in Hamburg, einige Ausschnitte eines Gigs im dortigen Stadtpark sind auf „Raw & Uncut“ zu sehen. „Man hat einen anderen Bezug, wenn man in der Stadt gewohnt hat. Der Stadtpark ist etwas Besonderes. Hier eröffnete ich einmal als Support für einen anderen Künstler, der Park kam mir aus dieser Perspektive riesig vor. Ich habe dort meinen Drummer kennen gelernt...dann war ich plötzlich dort selbst der Haupt-Act... .“
Ähnlich verhält es sich mit dem DVD/CD -Konzert in Paris. „Es war das Highlight des letzten Jahres. Total ausverkauft, obwohl ich niemals zuvor in einer so großen Halle gespielt hatte. Frankreich war der Initial-Markt für mich, dort ging `es´als erstes ab. Ich habe eine sehr lange Beziehung zu dem Land, zu den Leuten, die auf die Konzerte kommen. Sie kennen meine Sachen teilweise, seit ich 15 bin. In Paris bin ich immer besonders unterstützt worden. Im `Zenith´ war ich früher einmal als Besucher, auf einem Konzert der Fugees. Es war für mich megagroß! Klasse, hier einmal selbst zu spielen! Durch die Musik kommt man an Orte, an die man so nicht kommen würde. Ich habe in Mali, in der Wüste, einmal auf einem Festival gespielt. Man fährt einen Tag in die Wüste hinein, mitten in die Sahara. Das ist so ein `Tuareg-Festival´.Unglaublich! Es kommen Leute aus der ganzen Welt dorthin, selbst Manu Chao. In die Wüste! Es waren bestimmt 3000 Leute, sehr viele kamen aus Frankreich, England, sogar aus Amerika. Das hat mich fasziniert. Und es waren viele Musiker dort, sie alle waren in traditionellen Tuareg-Zelten. Das eigentliche Festival war natürlich auch ganz gut. Aber das `krasse´an der Sache war, dass am Nachmittag, am Abend in diesen Zelten so superviel abging an Musik. Da hast du Manu Chao gesehen, wie er -ich weiß nicht, mit Fans und so- traditionelle Musik macht. Wahnsinn! Eine komplett andere Welt, herzlich, ohne Securities. Es war inspirierend. Der Himmel kam einem vor, als wäre er ganz tief... .“ Schade, sehr gerne hätte ich an dieser Stelle die weiteren Ausführungen kommuniziert, leider reicht der Platz nicht aus. Danke, Patrice, für ein sehr langes, warmherziges Gespräch!
Aktuelle DVD/CD: Raw & Uncut
(Supow Music / Universal)
Weitere Infos: www.patrice.net
© 01. Dezember 2006  WESTZEIT ||| Text: Ralf G. Poppe
Dezember 2006

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