interviews
kunst
artexpo
cartoon
konserven
liesmich.txt
filmriss
dvd
vorlesungs-
verzeichnis

cruiser
agenda
live reviews
stripshow
lottofoon
kontakt
KNARF RELLÖM TRINITY - Die gute Seite des Bösen

Frank Möller alias Knarf Rellöm, Raumfluggleiterpilot, is back in da house, diesmal mit dem Zusatz „Trinity“, aber dahinter verbergen sich nach wie vor die getestet und für gut befundenen DJ Patex und Vittorio Marese, diesmal in den Rollen der Tankstellenpächterin und des Katzenhundes. Wer an dieser Stelle nichts versteht, muss sich nicht schämen: erst das neue Album mit dem grundwahren Titel „Move Your Ass & Your Mind Will Follow“ gewährt uns Zugang in Knarfs Kosmos und seine Ideen. Wie gehabt, ist man hier ordentlich dagegen, ein schwungvoller Tritt in den Allerwertesten in Wort und Ton, deren Treibstoff von Franz Josef Strauss bis Ernst Jandl reicht (Treibstoff im Sinne vom Tropfen, der das Fass etc). Hier nun einige Fragen an Knarf mit handgeschriebenen Antworten, deshalb 100% unverzerrt:
In der Bandinfo heißt es, du fühlst dich hierzulande nicht wohl.War der Fußballsommer mit all seinem Beiwerk nicht die Hölle für dich? Wo hast du dich versteckt?

„Das Info irrt da ein wenig (vielleicht sollten wir das mal ändern). Wir (das sind die ganze Trinity inklusive DJ Patex und Victor Marek) meckern gern. Deutschland ist nicht die Hölle und wir verstecken uns nicht! Wir merken an, dass hier etwas nicht stimmt. Das mag nach schlechter Laune aussehen (oder sich danach anhören), uns macht Kritik aber gehörigen Spass.“

Was würdest du machen, wenn du König von Deutschland wärst?

„Die Melodie des Stückes (das ja von Rio Reiser stammt) ist grade an so eine „Ich bin doch nicht böd“-Marktkette als Werbemelodie verkauft worden. Wenn ich König von Deutschland wäre, würde ich rauskriegen, wer das verkauft hat und Geld dafür kriegt. Ach Quatsch, Ich glaub´, man muss sich schon entscheiden, König oder Phuturekommunist.“

Wie würdest du den durchschnittlichen Prozess eines Knarf Rellöm Trinity-Tracks von der Idee bis zur Platte beschreiben?

„Es gibt eine große Tonne, in der werden musikalische und Textideen gesammelt. Manchmal passt etwas innerhalb von 10 Minuten zusammen. Manchmal tragen wir etwas Jahre mit uns herum. Beim Sammeln wissen wir oft instinktiv, dass wir das ingendwann gebrauchen können.“

Was hat euch zur Raumschiffthematik inspiriert?

„Sun Ra und seine Antwort auf die Frage, warum er Musik mache:´Weil Musik Treibstoff für Raumschiffe ist.´ Außerdem ein Interview mit einem Künstler namens “Weltraumforscher“ und die Lektüre des Buches ´Loving The Alien´.“

Warum habt ihr den Bandnamen wieder gewechselt?

„Das hält uns, Freunde, Anhänger und das Business in Bewegung und auch hier: Es macht Spaß mit Worten und Tönen zu spielen.“

Warum bist du Raumgleiterpilot und Vittorio nur Katzenhund (Anm. d. Verf.: Das erste Stück beschreibt das Setting des Albums und zeigt die Trinity in verschiedenen Rollen an einer Tankstelle im All)?

„Tolle Frage! Habe ich mir selbst auch gestellt. Als ich die Story schrieb,hab ich mir gesagt: Wenn Vittorio kein Katzenhund sein will, ist er halt der Pilot, desgleichen DJ Patex: Will sie keine Tankstellenpächterin sein, so ist sie Pilotin. Aber jede/r wollte sofort die Rolle, die er jetzt spielt. Ich hätte einen weiblichen Piloten auch gut gefunden.“

Was macht ihr alle eigentlich neben der Musik?

„Absurde Nebenjobs (siehe letztes Stück „Die Tankstelle am Rande des Nervenzusammenbruchs).“

Wo sahst du dich vor zehn Jahren?

„Vor zehn Jahren war ich ein Aushilfs-Bob Dylan, entdeckte grade elektronische Musik und kam aus einer musikalischen Krise.“

Was wünscht du dir zu Weihnachten?

„Das ist glaub´ ich nicht so wichtig; außer du willst mir was schenken: aber kennen wir uns schon so gut?“

Wie kommt es, dass man an einer Verletzung der Ferse sterben kann (Anm. d. V.: Text des Tracks „Hey Achilles“)?

Tolle Frage wieder: Achilles stirbt auf dem Schlachtfeld vor Troja, weil er eine Verletzung an der Ferse hat (Und jetzt das wichtige): Niemand kommt ihm zu Hilfe und er verblutet langsam. Ich stelle mit das als den schlimmstmöglichen Tod vor. Ganz langsam verlässt dich das Leben (schönes, böses, dunkles Ende des Interviews, wie schon bei der ersten Frage: Ich krieg´gute Laune, wenn es böse wird).“



Aktuelles Album: Move Your Ass & Your Mind Will Follow (ZickZack / Indigo)
Weitere Infos: www.knarfrelloem.de.vu
© 01. Dezember 2006  WESTZEIT ||| Text: Brigitte Ruban ||| Foto: www.knarfrelloem.de.vu
Dezember 2006

Links

suche