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BEAUTIFUL LEOPOARD - Alles braucht seine Zeit

Das seit Ende 2001 praktizierende Quintett Beautiful Leopard gründete sich aus dem gemeinsten aller Musiker-Gründe: etwas anderes machen zu wollen. Anders als alles, was vorher in ihren Banddasein gewesen ist. Nun konnten die Schweizer mit Strange Ways einen Labelpartner zu gewinnen, der ihr Potential zu Recht erkannt hat. Anders zu sein heißt ja nicht, gegen jede Regel zu verstoßen.

Mit so viel Freiheit ausgestattet lassen sich manche Dinge allerdings wesentlich leichter an. Überhaupt sind Entscheidungen für Beautiful Leopard eher ein natürlicher Prozess, wie Sänger und Pianist Bertrand berichtet:

„Wir komponieren immer gemeinsam, stets auf der Suche nach einer Idee, die uns zum Song führt. Das ist oft kompliziert und dauert recht lang, aber für uns der beste Weg, unser Ziel zu erreichen.“

So diktiert dann auch der Song das in der Regel eher gemächliche Tempo. Auch wenn es weh tut, fällt so manches Fragment nach Monaten durchs Raster. „The Argument“ wäre beinahe im Studio so ein Fall geworden.

„Ich war mit meinem Gesang überhaupt nicht zufrieden und wollte den Song schon vom Album nehmen. Dann aber haben wir uns entschlossen, unsere Freundin Valerie zu fragen, ob sie damit etwas machen könnte. Ohne unser Beisein schuf sie etwas völlig anderes und so wurde der Song gerettet.“

So ist Studioarbeit eine Seite der Medaille - bei der Fülle der benutzten Instrumente (Cello, Akkordeon, etc.) wird die Bühnenumsetzung wohl aber eher schwierig.

„Wir müssen einiges ändern, um die Songs live zu spielen. Ich spiele Harmonica und Trompete um Akkordeon und Posaune vom Album zu ersetzen - und natürlich singe ich auch „The Argument“, wohl etwas abgeändert und tiefer. Ansonsten spielen wir mehr mit Dynamiken und nehmen uns die Freiheit, die Songs zu verlängern oder zu kürzen.“

Überhaupt scheint Dynamik ein gutes Stichwort in der Musik von Beautiful Leopard zu sein.

„Wie gesagt: wir experimentieren nicht allzu viel und sind nicht auf der Suche nach Extremen, sondern nach dem guten Song. Ich singe nicht sehr laut, also brauchen wir eine Instrumentation, die ebenfalls nicht zu laut ist. Ich möchte, dass das Publikum alles problemlos verstehen kann.“

So einfach das klingt, so simpel ist eben die Technik.

„Wir testen jeden Song live, bevor wir ihn aufnehmen, das gibt uns Sicherheit, dass der Song funktioniert. Damit meine ich nicht übermäßigen Applaus, sondern ein Gefühl, das sich einstellt, wenn du als Band gleichzeitig arbeitest. Im Studio hast du viel mehr Zeit, kannst Dinge addieren und abziehen. Eigentlich sollten wir ein Album innerhalb von 2 Wochen aufnehmen, aber da wir alles selber machen, brauchen wir sowieso immer länger. Aber das hat auch seine Vorteile.“

Gibt es schon eine Vorahnung, wie das nächste Album klingen wird?

„Nein. Wir arbeiten gerade an neuen Songs, die wir erstmals auf der kommenden Tour spielen werden. Ich glaube nicht, dass wir unseren Sound ändern werden, weil Beautiful Leopard einfach so klingen muss. Mit Sicherheit wird es auch in Zukunft keine elektronischen Elemente oder sonst etwas geben, das wir selbst nicht live spielen können. In ein paar Monaten wissen wir also mehr...

Hoffentlich müssen wir danach nicht allzu lange auf das Ergebnis warten. Wenn es so gut wird wie „How Long Will It Take?“, soll es uns recht sein. Gute Frage übrigens! Die heb ich mir für's nächste Interview auf.



Aktuelles Album: How Long Will It Take? (Strange Ways/Indigo)
© 01. Dezember 2006  WESTZEIT ||| Text: Axel Nothen
Dezember 2006

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