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RICH HOPKINS & LUMINARIOS - Reitunterricht

Rich Hopkins ist mittlerweile ja auch schon ein Veteran des Gitarrenrock. Nach einigen Scheiben, auf denen er nach neuen Wegen suchte, seine Musik mit psychedelischen, Pop- oder Folk-Elementen aufzupeppen – und das durchaus mit Erfolg – kehrt er mit seinem neuen Werk, „The Horse I Rode In On“, quasi wieder zu seinen Wurzeln zurück. Es gibt soliden Wüstenrock mit einer leicht texanischen Note, viele Rich-typische Soli, eine Menge sentimentaler, aber aufrichtiger Liebeslieder und natürlich Gitarren, Gitarren, Gitarren. Die Sache klingt dabei wie aus einem Guss – obwohl sich das Luminarios Besetzungs-Karussell wieder ein Mal gedreht hat.
„Ja, das stimmt“, bestätigt Rich, „ich spiele mit einer sich wechselnden Besetzung mit Musikern aus Arizona uns Texas. Meine Tourband steht dabei noch nicht fest. Wird also Zeit, dass ich eine zusammenstelle.“

Müßig zu erwähnen, dass Rich natürlich wieder darauf brennt, auf Tour zu gehen, denn nur auf der Bühne fühlt er sich so richtig wohl. Das gilt auch für seine „zweite“ Band, die Sidewinders.

„Wir machen gerade ein neues Album“, verrät Rich, „ich denke es wird sehr gut und kommt im Frühjahr 2007.“

Was hat Rich eigentlich in der Zeit seit seiner letzten Tour gemacht?

„Wie Du weißt, arbeite ich als katholischer Helfer in der Suppenküche Casa Maria und ich kümmere mich auch um meine Tochter, die nach der Trennung von meiner Frau zur Hälfte bei mir lebt.“

Wie kommt es, dass sich auf der Scheibe überwiegend Liebeslieder finden, während Rich sich noch auf der letzten Scheibe auch politisch äußerte?

„Ich schreibe so, wie ich mich fühle“, erläutert Rich, „und die letzten Jahre waren ganz schön ruppig für mich. Über die Liebe zu schreiben, war eine Art Therapie für mich. Vielleicht ist das langweilig, aber ich bin der Meinung, dass es nie genug Liebeslieder geben kann, weil das das Thema ist, das für die meisten doch am schwierigsten im Leben ist. Das Thema ‚Liebe’ kann jeder verstehen und doch hat jeder seine eigene Version davon und deswegen ist ein guter Lovesong auch wichtig. Politische Songs sind auch wichtig und davon werde ich nächste Mal sicher wieder einige schreiben.“

Rich erzählte mal, er bemühe sich, von seinem Neil-Young Image wegzukommen. Nun spielte er mit „Mr. Soul“ wieder ein Neil Young Cover ein.

„Ich wurde gebeten, das für ein Buffalo Springfield Tribute namens ‚Five Way Street’ aufzunehmen, was ich als Ehre betrachte. Es stimmt aber schon: Ich bin voller Widersprüche und wir ändern uns ja schließlich alle ständig. Ich denke auch, das ist OK.“

Was ist denn der größte Unterschied zum letzten Album?

„’Ka-Jutah’ war für mich der Beginn einer spirituellen Reise und auf ‚Horse’ geht es darum, wie ich vom Wagen gefallen bin. Mir ist es wichtig, dass ich den Mut fand, einige sanfte textliche Statements über meine Beziehung zu meiner Ex Frau und auch über Anna Rosales aufzunehmen“, meint Rich mit Verweis auf seine Beziehungen, „ich hatte ernsthaft erwogen, die Scheibe auf Eis zu legen, habe mich aber eines Besseren besonnen – auch deswegen weil ich so produktiv gar nicht bin. Manchmal hole ich ja gleich für mehrere Monate Luft. Momentan schreibe ich gerade nur die Musik für die Sand Rubies und kann es mir erlauben, mich einfach zurückzulehnen und auf Herrn Slutes Texte zu warten.“

Wenn es allen Musikern gelänge, ihre persönlichen Gefühle in solch positiven Songs auszudrücken wie es Rich Hopkins auf „Horse“ schafft, dann wären wir schon mal einen guten Schritt weiter. Der musikalische Reitunterricht, als den sich die Produktion der Scheibe entpuppte, hat Rich jedenfalls nicht geschadet.

Aktuelles Album: The Horse I Rode In On (Blue Rose)
© 01. Dezember 2006  WESTZEIT ||| Text: Ullrich Maurer
Dezember 2006

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