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THE MOVEMENT - Misch es mit Liebe!

Eine schöne Überraschung, die das dänische Trio getreu ihrem Namen da mit ihrem Debüt ablieferte. In wunderbarer Mod-Tradition wurde da gerockt und textlich schön brav der Aufstand geprobt. Die dazugehörigen Auftritte und Touren taten da ihr übriges und liessen keinen Zweifel: hier wächst etwas ganz Großes heran. Nun also Album Nummer zwei und die Frage: wie treu muss man sich sein, um den Spaß nicht zu vernachlässigen? Sänger und Gitarrist Lukas Scherfig kennt die Antworten.

Denn es fällt sofort ein erhöhter Freude-Faktor auf, der der Band mindestens genauso gut zu Gesicht steht. „Ja“, gesteht Lukas. „Ich habe mich verliebt und da ich die Songs und Melodien schreibe, kann man das sicher merken. Aber die andere Hälfte sind für uns typisch politische Songs, ich wollte das gerne mischen. Manchmal wirkt es etwas irreal, nur politische Statements zu bringen. Liebe ist eben auch ein Teil dieser Gesellschaft, darum passt das auch in unser Konzept.“ Denn um 180 Grad gewendet hat sich das Blatt nicht, wie Lukas schon direkt klarstellte. Denn auch Politiker brauchen Liebe: „Unsere Lovesongs sind da eher an das politische Volk gerichtet, da diese Leute manchmal zu kopflastig sind und doch eigentlich mehr aus dem Bauch heraus handeln sollten.“ So war es dann auch spannend, die eindeutigen Lovesongs wie „A little Rain“ oder „Me And You“ bereits vorab auszuprobieren. „Die Leute haben gerade diese beiden sehr gut aufgenommen, wir haben sie etwas schneller und souliger gespielt, das kam gut an. Ich fände es allgemein sehr gut, wenn sich der Sound der Band ein wenig mehr in Richtung Soul entwickeln würde.“ Und dass sie das beherrschen, hört man an mehreren Stellen auf dem neuen Album. Und Grenzen kannten sie diesmal sicherlich nicht, wie eben „A Little Rain“ mit seinen vielen Gastmusikern deutlich macht. „Um ehrlich zu sein: die Bläsersektion wurde aufgenommen, als wir schon wieder aus Berlin abgereist waren, das haben wir garnicht mitbekommen. Die Orgel dagegen war schon bewusst gewählt, weil sie offensichtlich dazu passte. Und für diesen Song ist das alles nicht zu viel, sondern funktioniert ganz gut.“ Könnte dieser Sound denn auf noch mehr der neuen Songs passen? „Vielleicht, warum nicht. Manchmal mag ich es durchaus, wenn ein Album wirklich durch und durch produziert klingt. Dagegen haben wir diesmal vieles live aufgenommen, standen zur gleichen Zeit im gleichen Raum und haben sehr schnell gearbeitet.“ Das macht zurzeit die Live-Präsentation natürlich leichter, aber träumen darf man sicherlich. So auch Lukas. „Irgendwann einmal möchte ich mit komplettem Bläsersatz touren, der dann nur bei fünf Songs mitten im Set mit uns auftritt. Oder ein paar weibliche Backing Vocals... Auf der anderen Seite ist es schön, dass wir unsere Musik eigentlich auch und sowieso als Trio bewältigen können. Etwas hinzuzufügen ist sehr einfach, etwas wegzunehmen allerdings nicht.“ Da spricht der Pragmatiker und behält Recht, denn die Essenz bleibt dieselbe: Letztendlich transportieren The Movement pure Energie.
Aktuelles Album: Revolutionary Sympathies (Destiny/Aggropop/SPV)
© 01. Mai 2005  WESTZEIT ||| Text: Axel Nothen
Mai 2005

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