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HELMET - Für Abwechslung ist gesorgt

Satte sieben Jahre hat Page Hamilton, Kopf und Chefdenker der amerikanischen Alternative-Rocker Helmet seine Zuhörer warten lassen. Ganz schön lang! Und die wenigsten hatten ein neues Album auf ihrer Rechnung. Nun aber erscheint "Size Matters" (endlich) in diesen Tagen und wird dem immer stärker stagnierendem alternativen Gitarrenrock-Genre neue Impulse verleihen. Das ist sicher!
Und das kommt nicht von ungefähr. Denn der ehemalige Musikstudent Hamilton war nicht untätig. Diverse Projekte mit solchen Leuten wie etwa David Bowie, Ben Neill oder Charlie Clouser (Nine Inch Nails) färbten ab und fütterten den Mann mit neuen Ideen. „Die Arbeit mit den unterschiedlichsten Leuten, die Konfrontation mit neuen musikalischen Ausdrucksformen, bleiben nicht ohne Wirkung. Es gibt einen massiven Input und hilft mir, musikalisch und songwriterisch weiterzukommen. So hat z. B. die Jazzsession mit Ben Neill eine eigene Auswirkung auf Helmet-Songs, auch wenn es nicht direkt auszumachen ist. Aber allein der Spirit kann ausschlaggebend sein.“ Demnach sorgen die „open mind“-Einstellung sowie die inspirierenden Kollaborationen für die nötige Freshness und Tiefe. War diese Attitüde bei den Herren Henry Bogdan (Bass) und John Stanier (Schlagzeug) nicht mehr vorhanden, oder warum wurden sie durch Frank Bello (ex-Anthrax) und John Tempesta (ex-White Zombie) ersetzt? „Schwierig zu sagen. Wir waren so lange und so viel zusammen, vielleicht brauchten wir alle etwas Neues. Wenn man gezwungen ist, sich jeden Tag zu sehen, ändert sich irgendwann das Verhältnis. Man muss sich ertragen und das nicht zu knapp. Manchmal ist es dann eben besser, wenn man getrennte Wege geht. Das heisst ja nicht, dass man sich gleich hassen muss.“ Sicherlich nicht. Vielleicht gilt auch da: neue Besen kehren gut! Wie sieht es denn mit den neuen Bandbesen aus? „Yeah! It works great! Wir zocken die Sachen echt mit viel tightem Groove, das Zusammenspiel ist grossartig. John und Frank treiben die Songs in die richtige Richtung!“ Gut. Wenn du nun aber die Möglichkeit hättest, „Size Matters“ zu ändern, würdest du es tun? „Sicherlich! Aber im Grunde repräsentieren die Stücke einen sound- und songwriterischen Entscheidungsprozess, der gemacht wurde und der typisch für diese Phase ist. Egal, wann und wie oft ich das Album neu einspielen würde, es hätte wohl immer einen anderen Sound. Now it is what it is!“ Wie stellt sich denn ein Musikreisender wie Page Hamilton die Musik in 100 Jahren vor? „Oh, boy! Ich denke, die unterschiedlichsten Musikbereiche rücken näher zusammen. So sind möglicherweise akustische Paarungen, die heute für unmöglich gehalten werden, in 100 Jahren Gang und Gebe. Naja, sicherlich wird das Entertainment - und ich meine damit die kommerziell angelegten Musikprodukte - weiterhin die Charts stürmen, aber das findet schon seit vielen Jahren statt, leider. Zum Glück gibt es ja auch noch andere Musik mit der man sich beschäftigen kann.“ Aha, sind also schon die nächsten musikalischen Schandtaten von dem Workoholic geplant? „Ja na klar, ich brauch doch die Abwechslung! Zuerst aber werden wir ein wenig touren. In den Staaten und dann Ende Oktober auch in Europa. Deutschland ist selbstverständlich auch dabei.“ Welche musikalische Herausforderung wird es dann geben? „Ich durfte ja schon an einigen Moviesoundtracks mitwirken (S.W.A.T, The Good Thief, In Dreams, Titus). Am liebsten würde ich ja so einen wunderbaren Film wie „Einer flog über`s Kuckucksnest“ vertonen.“ Ich drücke die Daumen, das wäre wohl sehr abgefahren. Was würde da wohl Herr Nicholson sagen?

Aktuelles Album: Size Matters (Universal) - VÖ: 5.10.
© 01. Oktober 2004  WESTZEIT ||| Text: Marco Schardinel
Oktober 2004

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