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THE BONES - Bierselig

Das schwedische Quartett konnte mit „Bigger Than Jesus“ seinen Status als eins der vitalsten Rock‘n‘Roll-Monsters des Kontinents deutlich festigen und schiebt mit „Straight Flush Ghetto“ ein wahres Brett an Party und Lebensfreude nach. Bei so viel guter Laune muss man eigentlich mal hinterfragen, ob es nicht doch mal zu kleinen Unstimmigkeiten kommen kann. Beef Bonanza und Boner standen Rede und Antwort.

„Die Aufnahmen waren wieder mal ein Riesenspaß, obwohl wir auch viel Streß und Alkohol zu bewältigen hatten. Aber es lief gut. Natürlich nicht im Vergleich zu einem Live-Gig, das ist natürlich noch besser, denn da ist das Bier immer umsonst!“ Die beiden singenden Gitarristen der Band ersticken fast an ihrem Gelächter. Wahrscheinlich muss man nicht alles so ernst nehmen, um sich und anderen Freude zu bereiten. So ist auch der Albumtitel „Straight Flush Ghetto“ nur ein kleines Spiel mit Gegensätzen. „Das beste Pokerblatt und die niedrigste Stufe in der Gesellschaft passen nicht so richtig zusammen. Aber es kann immer Überraschungen geben. Wenn du ganz tief in der Scheisse sitzt, und denkst, dass du garnicht tiefer fallen kannst, wird dir manchmal bewusst, dass es doch noch übler geht. Das ist das „Straight Flush Ghetto“, das Ghetto schlechthin unter den Ghettos. Jedenfalls für uns. Aber jeder kann da hineininterpretieren, was er will. Viele Leute nehmen heutzutage viele Dinge einfach viel zu ernst, obwohl sie sich manchmal besser weniger Gedanken machen sollten. Vergiss niemals, Spaß bei dem zu haben, was du tust!“
Der Partygedanke zieht sich konstant durch das Leben der Band und ist wohl auch ein entscheidender Faktor für den stets wachsenden Erfolg. „Wir waren von Anfang an Clowns. Wir haben keine Angst, uns zu blamieren, und die Leute können das nachvollziehen, weil wir eigentlich ganz normal sind. Naja, das einzig unnormale ist wohl der Bierkonsum, aber wir kommen aus Schweden, da relativiert sich das wieder. Es ist ein schönes Geschenk, so viel trinken zu können. Da schlägt uns niemand.“ Reicht es denn, alleine auf Spaß als Basis zu bauen? „Sicher nehmen wir vieles mit Humor, aber es gibt natürlich auch ernste Aspekte. Du mustt auch mal zwischen den Zeilen lesen. Manchmal ist es sehr lustig, ein totaler Depp zu sein, manchmal muss man aber auch mit den Dingen ernster umgehen. Aber Schwarzmalerei ist halt nicht unser Ding.“ Dann also der Blick nach vorne. Gibt es bis dato unerfüllte Träume? „Wäre schön, wenn wir etwas Geld verdienen könnten... und einmal eine Show auf dem Mond spielen, das wär‘s. Kann man so etwas eigentlich nicht mit Designer-Drogen simulieren? Ach ja, uns geht‘s schon gut. In unseren Herzen sind wir Millionäre... Wenn wir wirklich von der Musik leben wollten, müssten wir so Songs wie Wolfgang „fucking“ Petry schreiben.“ Kurze Stille, dann ein frenetisches „Höllehöllehölle!“. Liebe oder Haß? „Er ist meine Mutter! Mit ihm zu spielen wäre mein Traum.“, gesteht Beef. „Und dann noch eine Truck Stop-Tour. Yeah!“ Also fleissig die Live-Dates checken. Und, nicht zu vergessen: Prost!
Aktuelles Album: Straight Flush Ghetto (People Like You/SPV)
Weitere Infos: www.bonesrocknroll.com
© 01. April 2004  WESTZEIT ||| Text: Axel Nothen ||| Foto: Markus Matzel
April 2004

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