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THE RAPTURE - Die neuen Spezis von Metallica

Wenn man momentan irgendwo mindestens zwei Leute mit Vokuhila-Frisur und limitierten Yamamoto-Sneakers belauscht, während sie sich über Musik unterhalten, wird man in den meisten Fällen folgende Begriffe registrieren können: Disco Punk, The DFA, New York, Trevor Jackson, Output und The Rapture. Um die Letztgenannten ranken sich dabei stets Mysterien. Denn obwohl The Rapture immer als die zentrale Band des Movements genannt werden, liegt von ihnen auffallend wenig Material vor. Das führte dazu, dass das Debütalbum der vier Jungs aus mittlerweile New York zu einem der spannendsten Ereignisse des Jahres werden sollte.

Das fällt vor allem dann auf, wenn man bedenkt, dass die erste Veröffentlichung von The Rapture – damals frisch von San Diego nach San Francisco umgesiedelt – schon fünf Jahre zurück liegt. Bezeichnenderweise handelte es sich bei der B-Seite ihrer ersten Single um den Klassiker „Dumb Waiters“ von den Psychedelic Furs. Die konstante Referenz an ihre eigene musikalische Sozialisation in den 80ern ist seitdem eines der unverkennbaren Markenzeichen von Luke Jenner, Vito Roccoforte, Mattie Safer und Gabe Andruzzi. So mancher Miesepeter hat ihren Style schon als House-infizierte Kopie von The Cure und Gang Of Four beschrieben. 1999 erschien ihre erste EP „Mirror“, auf der sich der anvisierte Brückenschlag zur Elektronik in Form eines Remixes von Kid 606 andeutete. Bis The Rapture in der Lage waren, ihre Visionen adäquat umzusetzen, sollten allerdings noch zwei Jahre vergehen.



„Uns fehlte es auch zu Zeiten der ersten Single für Gold Standard Labs nicht an Ideen und Experimentierfreudigkeit. Wir hatten einfach nur nie die Möglichkeit, ein Studio völlig in unserem Sinne zu nutzen, es fehlte uns an technischer Erfahrung und vor allem immer an Geld. Bevor wir vor drei Jahren in New York James Murphy und Tim Goldsworthy von The DFA kennen lernten, hatten wir immer nur bei Freunden was aufgenommen, hatten keine Ahnung und mussten immer unter Zeitdruck arbeiten.“
Um diese Begegnung mit den beiden Freaks aus Manhattan werden seitdem mannigfaltige Legenden gesponnen. Oft bekommt man den Eindruck, als seien die Produzenten und Labelchefs von DFA Records die eigentlichen Visionäre hinter The Rapture und die Band nur ein williges Gefährt für den Transport der eigenen Ideen.

„Gerade weil der Einfluss der DFA Guys auf unsere Musik von vielen Leuten oft so überbetont wird, versuchen wir in Interviews immer, das ganze eher runterzuspielen. Es war natürlich nicht so, dass James und Tim eine unserer Shows in New York gesehen haben und dachten, die Jungs sind eigentlich ganz cool, aber um sie richtig groß zu machen, müssen sie sich erst mal unsere Dance-Sammlung anhören. Fakt ist, dass die beiden vor drei Jahren noch gar nicht das jetzige Disco Punk Superhelden Duo The DFA waren, sondern einfach zwei Typen, die den Kopf voller irrer Ideen hatten. Sie brauchten uns genau so, wie wir sie. Nur zusammen konnten wir das werden, was wir heute sind. Was sie wirklich für uns getan haben, ist, dass sie an uns und unsere Vision von Musik geglaubt haben und uns dabei unterstützen, unsere Ideen umzusetzen.“
Neben DFA haben The Rapture noch einen weiteren Gönner: Trevor Jackson. Als Playgroup auf dem Weg, der coolste Produzent seit Giorgio Moroder zu werden und als Labelboss von Output für Bands wie 7 Hurtz, Colder, Blackstrobe oder LCD Soundsystem eine Vaterfigur. Hier erschien letztes Jahr die Single „House Of Jealous Lovers“ – natürlich produziert von den Godfathers of Disco Punk. Plötzlich war für The Rapture nichts mehr wie vorher. Die In-Magazine lagen ihnen zu Füßen und die Danceszene hatte endlich ihre eigenen Rockstars.

Nur konsequent, dass The Rapture ihr Debüt auf dem gleichen Label wie Metallica veröffentlichen.

Aktuelles Album: Echoes (DFA/Motor/Universal)
Weitere Infos: www.therapturemusic.com
© 01. November 2003  WESTZEIT ||| Text: Dennis Behle
November 2003

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