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ONE MAN AND HIS DROID - Kontrastreiche Happenings

Mit ihrem Debüt "Ou est le magnètophone" haben sich One Man And His ihren Platz in nationlen Alternative-Himmel gesichert und streben mit dem Nachfolger eine Festigung ihres Status an. Und es hat sich mit der Zeit vieles geändert, nicht nur innerhalb der Band, sondern auch im allgemeinen Umfeld. Aber manche Dinge lassen sich halt ebenso wenig erklären wie planen.

Nun also "Party-People", ein vitales, forderndes Album mit hohem Energiegehalt. Ein Garant für eine großartige Fete oder eher der berauschende Ausklang eben dieser? "Wahrscheinlich keins von beidem, denn eigentlich ist der Titel eher das genaue Gegnteil von uns.", bekennt Gitarrist Peter nüchtern aber bestimmt. "Wir sind diejenigen, die nach dem Konzert immer direkt ins Bett gehen." So leitet auch das Coverartwork mit einem gut gestylten Gruppenbild in eine andere Richtung und macht den Kontrast perfekt. Nach ausgedehnten Reisen im Vorprogramm von New End Original, Pale und einer eigenen Headlinertour, war die Bestätigung ihres Vorhabens perfekt. "Das waren alles gute Erfahrungen für uns als Band, die uns vor allem musikalisch viel weiter gebracht haben." Trotzdem hat es fast zwei Jahre gedauert, bis das neue Album fertig wurde. "Wir haben diese Zeit gebraucht. Früher waren wir wesentlich experimenteller, haben viel mehr Sachen ausprobiert und viel darüber diskutiert, was uns steht und was nicht. Inzwischen ist uns wichtiger, dass man weiss, was man kann. Was wir immer wussten ist, dass wir eine gute Rockband sind, was wir letztendlich mal wieder zeigen wollten. So mussten wir erst einmal wieder dazu finden, einfach Rocksongs zu schreiben." Was sich fast wie ein erzwungenes Gefühl anhört hat für Peter eher natürlichen Charakter. "Wir sind zu kritisch mit uns selbst, als dass wir einfach drauf los spielen könnten. Erst müssen wir uns sicher sein, dass es uns selbst zu 100% genügt und obendrein noch nicht das x-te Plagiat ist. Heutzutage ist es sehr schwer, noch wirklich eine eigene Note zu erschaffen." Diese Mühen sind "Partypeople" anzuhören, einzig der Faktor Zeit leuchtet nicht direkt ein, da doch auch im Studio schon zur Genüge Erfahrungen gesammelt wurden. "Natürlich kann man fünf mal hintereinander die gleiche Platte aufnehmen, wenn man einmal weiss, wie es geht. Aber das ist uns nicht genug, weil es in gewissem Sinne Stillstand bedeuten würde. So haben wir uns auch den einzigen Druck selbst gegenüber gemacht. Hoffentlich überrascht das Ergebnis einige Leute. Wenn nicht, ist es auch o.k." Die Unterschiede zum Vorgänger sind schon bei der ersten Hörprobe auszumachen: Die Band klingt aktiver und wesentlich druckvoller. "Uns war direkt klar, dass wir mit 08/15-Emo-Songs nichts reissen können, sondern haben darauf geachtet, immer noch quer genug zu sein, um sich hinterher wieder zu öffnen. Dieses Stimmungs-Wechselspiel ist uns sehr wichtig." So bewusst die Band auch zur Sache geht, eigentlich überwiegt nach wie vor die Ungewissheit. "Wer weiss, was als nächstes kommt? Wir lassen uns selbst auch gerne überraschen, was mit uns danach geschieht. Im Moment ziehen wir konstant an dieser Rockschiene, vielleicht wird aber das nächste Album viel ruhiger." Und wenn es so sein wird? Auch dann werden One Man And His Droid aus dem Vollen schöpfen. Denn sie wissen ihr Potential zu nutzen, egal welches Gesicht es gerade hat.

Aktuelles Album: Party-People (Defiance/Zomba)
Weitere Infos: www.onemanandhisdroid.de
© 01. November 2003  WESTZEIT ||| Text: Axel Nothen
November 2003

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