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PALE - Schicksalsmelodien

Auch wenn ihr neues Album Geschichten erzählt, die der Zufall schrieb und das, was Pale heute sind, von vielen glücklichen Umständen abhängig war, ist dieses Release mehr als ein Zufallsprodukt. Und obwohl die Band sich vorgenommen hatte, nicht wie beim Vorgänger ein Konzeptalbum zu schreiben, wurde aus der Faszination für das Unvorhersehbare eine konzeptionelle Platte, bei der die unterschiedlichen Songs eines inhaltlich verbindet: Die Magie des Zufalls.

Ein Glück auch für uns, dass es das Schicksal so gut mit den vier Aachener Jungs meinte. Schön, dass sie sich gefunden haben, dass ihnen mit Defiance ein Label beschert wurde, bei dem sie verdammt gute Indie-Pop-Musik veröffentlichen, und dass durch das letztjährige Video zu "Teenage Heaven" eine Menge Leute auf sie aufmerksam geworden sind. Auch das beeinflusste Sänger Holger sicherlich bei der Themenwahl.

"Für mich war dieser Ansatz sehr spannend und wichtig, weil für mich in letzter Zeit der Zufall eine Menge verändert hat. Also habe ich mich in die Sache ein wenig reingelesen, um zu erfahren, was verschiedene Autoren darüber sagen. Aber auch unsere ganze Arbeitsweise, wie wir die Platte haben entstehen lassen, lässt dem Zufall oftmals freien Lauf." Und Gitarrist Christian ergänzt: "Der Zufall hat ja für die ganze Band viel verändert, als wir letztes Jahr das "Razzmatazz" Album bei Defiance veröffentlicht haben, als das Video plötzlich lief und uns dadurch viele Leute kannten. Wir hatten damit nicht gerechnet und ursprünglich gedacht, das Video als Multimediatrack auf´s nächste Album zu packen."
Stattdessen stürmte man die VivaZwei Charts und die Herzen vieler Zuhörer. Aus dem im Raum stehenden Major-Deal jedoch wurde nichts, was der Band auch sehr lieb war, da sie bei Defiance genau das richtige Ambiente vorfindet. Und so war auch die Hardcore-Szene, der Pale trotz ihrer Vorliebe für poppigere Sounds vielfach zugeordnet werden, beruhigt.
"Auch wenn wir für unsere Musik ganz andere Einflüsse nennen, denke ich, dass es wichtiger ist, welche Einstellung du zu bestimmten Dingen hast. Von DIY halten wir sehr viel, und ein Konzert in einem Jugendzentrum mit Bands wie Yage, die komplett andere Musik machen als wir, macht mehr Spass als ein großes Festival, bei dem es viel anonymer zugeht und keine Zeit für menschliche Angelegenheiten oder gar Freundschaften bleibt. Auch das Publikum hat viel offenere Ohren für das, was wir ausdrücken wollen."
Und durch ihren eigenen Sound bereichern sie die Szene entscheidend. Mit Peter von One Man And His Droid wurde ein fünftes Bandmitglied für Keyboardsounds engagiert und in 35 Tagen Studioaufenthalt, was den zu "Razzmatazz" um das 7-fache übertrifft, ein erneut einwandfreies Album produziert, das mit Klavier, Streichern und Bläsern nochmals neue Wege gegenüber dem Vorgänger geht.
"Im Studio hat das sicher eine etwas andere Herangehensweise erfordert, aber wir haben das neue Material ja schon live gespielt, und es hat sich herausgestellt, dass der Unterschied dabei gar nicht so groß ist, da wir ja live eher unserem Enthusiasmus freien Lauf lassen als einer filigranen Spieltechnik."
Das lässt hoffen, dass dieser Sommer, in dem die Band auch einige Festivals und kleinere Bühnen rocken wird, ganz im Zeichen von Pale steht. Und vielleicht wird ihr neues Video, das gerade angefertigt wird, ihnen ja wieder viele neue Freunde bringen.
Aktuelles Album: How To Survive Chance (Defiance/Zomba)
Weitere Infos: www.thepalefour.de
© 01. August 2002  WESTZEIT ||| Text: Sven Trappen ||| Foto: Label
August 2002

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