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FILTER - und der heilige Gral

„Filter existiert einfach nur, weil das Verlangen, gemeinsam großartige Musik zu machen, in jedem seiner vier Mitglieder enthalten ist.“ Geno Lenardo, seines Zeichens Gitarrist der Band, tritt galant und wortgewandt auf, berichtet entschieden und überlegt von dem, was sein Leben mit Inhalt füllt. „Wir wollen großartige Alben machen, weil wir von großartigen Alben inspiriert wurden.“ Sounds great...

Nach dem wahrlich großen „Title Of Record“ erschien nun mit „The Amalgamut“ ein mehr als würdiger Nachfolger, dem man direkt ein größeres Bandzusammenspiel anmerkt. „Die Kameradschaft ist gewachsen. Dieses Album ist das Resultat der Arbeit einer richtigen Band. Filter begann als eine Ein-Mann-Band nur mit Richard Patrick, einer 8-Spur-Maschine und einem Drumcomputer. Dann suchte er sich Musiker für die Live-Umsetzung. Bei „Title Of Record“ war ich zum ersten mal ins Songwriting involviert, ein weiterer Schritt in Richtung der Band, die Filter heute ist. Jetzt habe ich knapp 60% der Songs geschrieben und wir haben im Studio vieles gemeinsam eingespielt. Das machen andere Bands auch, aber für uns war das neu.“ Die Rhythmusabteilung mit Steve und Frank steht dabei etwas im Hintergrund, da sie nicht wirklich am Songwriting beteiligt ist. „Die Jungs sind unglaublich kreativ und bringen eine Menge Vitalität in die Band ein. Vielleicht kommen beim nächsten Mal ein paar Songs von ihnen? Wir sind für alles offen!“ Nach so vielen langwierigen Veränderungen innerhalb der Band zum direkten Vergleich der letzten beiden Alben. „Wir wollten definitiv mehr Live-Feeling einbringen und das Songwriting in mehrere Richtungen vorstoßen lassen. „Title“ war recht eklektisch und experimentell. All das wollten wir auf ein neues Level bringen. Insgesamt haben wir etwa 25 Songs aufgenommen. Das ist nicht allzu viel, aber wir wollten nicht Scheisse an die Wand werfen um zu sehen, was kleben bleibt. Wenn der Song nicht kickt, fliegt er raus, sofort. Wir sind eine songorientierte Band. Wir spielen alle für den Song, nicht für uns selbst. Wenn in einem Song ein Solo vorkommt, dann nicht, weil jemand seinem Ego folgen will, sondern weil der Song es diktiert hat. Wir suchen immer den großen Chorus, einen richtigen Höhepunkt, das ist unser heiliger Gral. Richard‘s Stimme ist dynamisch genug, um dem Refrain noch einen aufzusetzen, sei es mit Screams oder soften Melodien.“
Auffallend ist auch die Dichte der Instrumentierung, die völlige „Ausbeutung“ des möglichen Klangspektrums, die den Tracks unglaubliche Tiefe verleiht. Nebenbei bemerkt, das Resultat klingt im Vergleich zum Vorgänger verdammt heavy! „Ja, wir haben einiges verändert. Zum einen haben wir die Stimmlage unserer Gitarren einen weiteren Ton nach unten versetzt. Desweiteren haben wir viel Wert auf einen authentischen Live-Rock-Drumsound gelegt.“ Dieser penible Soundperfektionismus erklärt wiedrum die lange Aufnahme- und Mixing-Zeit von fast einem Jahr. Auch textlich ist das neue Album eher das Gegenteil von „Title Of Record“. „Unser voriges Album ist sehr introvertiert und handelt von Richard‘s persönlichen Beziehungen zu bestimmten Leuten. Die aktuelle Scheibe ist eher extrovertiert, er beschäftigt sich mit äußeren Beobachtungen, allem, wass sich außerhalb von ihm abspielt. „The Amalgamut“ ist ein Lobgesang auf Freiheit, Einheit und Vielfältigkeit. Vergiß Deine Gleichgültigkeit! Richard war auf Reisen und hat eine Menge unterschiedlicher Leute mit verschiedenen Geschichten getroffen. Schau mich an, ich bin halb Ire und halb Italiener - aber ich bin Amerikaner. Das Album handelt von all den Dummköpfen, die Amerika hervorgebracht haben, und ihren Freiheiten. Die Geschehnisse des elften September haben die Nation aufgeweckt und alle haben erkannt, dass sie selbst für ihre Freiheit verantwortlich sind.“ Filter zeichnen sich unterdessen für ein hervorragendes Album verantwortlich, dass mit catchy Songs und ausgetüftelten Strukturen glänzt. Eine gebührende Tour folgt wohl im November.
Aktuelles Album: The Amalgamut (wea)
Weitere Infos: www.officialfilter.com
© 01. August 2002  WESTZEIT ||| Text: Axel Nothen
August 2002

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