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TRASHMONKEYS - Die sich den Arsch abspielen!

Der Prophet und die Heimat. Heute: Die Trashmonkeys. Ihren aktuellen Longplayer "Clubtown" brachten sie beim Londoner Label Acid Jazz heraus. Priorität: UK und die Welt. Der Titel "Sundays" hält sich hartnäckig in den englischen Radio-Alternative-Charts, läuft auf MTV (nur nicht in Deutschland). Bemerkt denn hier "Nobody" (akt. Single) das hanseatische Quartett mit den tollen 70er-Style-Cover-Artworks?

Die Cramps, Hellacopters, Hives, eventuell demnächst Oasis, Bands aus aller Herren Länder kennen und schätzen die Trashmonkeys. Noel Gallagher genehmigte sie mit dem Statement: "Sounds like a great show!" für 2 Gigs. Andreas Wolfinger (Git., Voc.), Daz Fralick (Bass), Offer Stock (Organ) und Gunnar Riedel (Drums) sind up to date, keine Frage. Das widerum wirft viele Fragen auf, die Riedel, sozusagen das Epizentrum der Band, trotz Schmerzen zwischen Zahnarzttermin und Job gerne beantwortete. Das Debut-Album erschien 1998 beim Weser-Label in der Heimatstadt Bremen. "Ursprünglich kam es auf Karate Klub Meier Records heraus, dann hat das Weser-Label uns von dort weggekauft. Kein Scherz! Bremen ist im Moment eine sehr langweilige Stadt, musikmäßig geht hier nix. Warum, weiß ich nicht. Ich bin froh, einen internationalen Plattendeal bekommen zu haben, der es uns ermöglicht, auch im Ausland bekannt zu werden. `Clubtown´ ist nun in 14 Ländern veröffentlicht." Also waren sie reif für die Insel. "Zu England haben wir einen sehr guten Bezug, unser Label sitzt in London. Im Mai haben wir eine kleine England-Tour gemacht, echt fantastico. Es gab sehr gute Reviews, auch von großen Magazinen wie Q u. OK, Guardian, Big Issue, Mod Culture usw. Außerdem kommt unser Bassist aus England, und er ist auch noch mein bester Freund." Also keine große Überraschung, daß die dortigen Helden der 60er, die Kinks, als Inspirationsquelle latent über den TM schweben. "Gut erkannt, wir alle sind große Kinks-Verehrer. Wer uns live gesehen hat, weiß, daß wir deren "I need you" covern. Wir haben jedoch nicht nur 60er Vorlieben. Daz steht seit seiner Kindheit auf die Stranglers, was manchmal schon etwas nervt... Ich mag alles mögliche von den Beach Boys über die Violent Femmes zu Air, Supergrass, Link Wray, Fleshtones. Offer hat einen ähnlichen Geschmack, der Wolfinger mag dann doch eher die 60ties." Letzterer liefert die Grundideen der TM-Songs, um sie dann gemeinsam zu viert zu fertigen. Die 70er haben ihre Spuren auf dem "Clubtown"-Artwork hinterlassen. "Cover entwerfe ich stets mit Stevie Schulze, der auch alle unsere Videos drehte, am Computer. Aber schreibe doch, es hätte lange gedauert, solche Originalräume zu finden... . Das Cover ist sogar auf Ausstellungen zu sehen, momentan bis Ende Januar 2003 im Wagenfeld-Museum in Bremen." Kunst macht Spaß, die TM auch. Lautet die Maxime, kurz nach der Bundestagswahl, `Fun statt Politik´? "Politisch sind wir eigentlich nicht, Politik ist im Moment sehr frustierend. Früher gab es noch echte Auseinandersetzungen, man stand für eine `Gesinnung´. Heute ist es doch scheißegal, für was man ist: CDU, Grüne, SPD, etc - alles eine Wichse...aber vielleicht geht das jetzt zu weit?" C´est la vie, so ist das Leben. Da heißt es: Tapfer sein! Nicht nur beim Zahnarzt.

Aktuelles Album: Clubtown (Acid Jazz / Bellaphon)
© 01. November 2002  WESTZEIT ||| Text: Ralf G. Poppe
November 2002

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