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THE BLONDES - talking, fucking, getting stoned...

In den späten Siebzigern tummelten sich in L.A. Bands wie The Nerves, Plimsouls, The Knack (leider nur durch ihr schwächstes Stück „My Sharona“ bekannt), 20/20 und Paul Collins’ Beat. Diese zelebrierten sehnsüchtige Popsongs mit mehrstimmigem Harmoniegesang a là Beatles, Big Star oder Beach Boys, übertragen in den damaligen Zeitgeist von Punkrock und New Wave. Markenzeichen: Anzug und schmale Krawatte. Obwohl diese Musik in Amerika von der breiten Masse als Trend schnell wieder durch die nächste Sensation abgelöst und in Deutschland leider nie wirklich zur Kenntnis genommen wurde, hat sich PowerPop in Ländern wie Spanien, Frankreich und Japan kurioserweise über die Jahre gehalten.

In den letzten Jahren gibt es in Amerika eine Art Revival, eine aufkommende Bewegung junger Musiker, die sich mehr oder weniger an dieser Ära orientieren. The Blondes sind eine dieser Bands, die nun mit ihrer kommenden Deutschlandtour in Europa Fuß fassen wollen. Zu diesem Anlass sprach Westzeit mit Sänger Bill Dusha. Summer Strut ist euer zweites Album auf dem deutschen Indie-Label Middle Class Pig und kommt 6 Monate nach dem Debut. Wie soll das weitergehen? "Wir haben so um die 60-80 Songs auf Lager. Aber erst einmal gehen wir auf Europatour. Wenn wir wieder zu Hause sind, werden mein Songwriting-Partner Adam und ich ein bisschen LSD einwerfen und weitere Songs schreiben. Wir trinken immer erst ein paar Bier und machen uns locker, bevor wir die Akustikklampfen auspacken und uns gegenseitig irgendwelche Parts vorspielen. Wenn der andere sie mag, werden sie genommen. Manchmal komponieren wir aber auch gemeinsam einfach drauf los." Eine zeitaufwendige Angelegenheit also. Was prägt denn sonst das Leben der Blondes? „Ach, wir sind alle 28 und 29 Jahre alt. Wenn wir keine Musik machen passiert halt das Übliche: Eating, sleeping, walking, talking, fucking, getting stoned...“ Gibt es einen Zusammenhalt in der neuen PowerPop-Szene in L.A.? "Eigentlich gibt es da Niemanden ausser uns in dieser Szene, aber die Leute kommen mittlerweile aus den unterschiedlichsten Ecken zu unseren Gigs." Neben den PowerPop-Einflüssen erkenne ich bei euch eine starke Affinität Richtung Teenage Fanclub oder Big Star... "Oh ja, ich liebe Teenage Fanclub. Jeder hier mag Teenage Fanclub. Die meisten meiner Lieblingsbands sind sowieso britisch; neben den Stooges und Todd Rundgren. Leider haben wir nie eine Show der alten PowerPop-Bands in den späten 70ern oder frühen 80ern gesehen. Da waren wir ja höchstens 4!" Wo wir gerade bei Einflüssen sind, welches ist dein Lieblings-Beach Boys Album? "Pet Sounds. Das ist wirklich das beste." Und was hat dich mehr getroffen, Joeys oder Dee Dees Tod? "Joeys, denn er ist der Coolste!". Nachdem Bill mir sagte, dass die letzten 3 Platten, die er sich gekauft hatte, Harry Nilsson, Chicago und Black Flag seien, verriet er mir noch, dass die Blondes zur Zeit an einer Mini-Rock-Oper arbeiten, die in Teilen schon fertig ist. Da sind wir ja mal gespannt. Doch zuvor sehen wir uns auf der Tour im Dezember. Hoffentlich.

Aktuelles Album: Summer Strut (Middle Class Pig/Cargo)
© 01. November 2002  WESTZEIT ||| Text: Kristina Koch
November 2002

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