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Hans Platzgumer - Cooler als James Last!

Zwittrig-kosmische Exoten sind, waren, oder werden es ewig sein - das nächste große Ding. Es wird ihnen permanent kommerzieller Erfolg vorausgesagt, der sich retroperspektiv eher in Lobeshymnen erschöpfte, denn in barer Münze. Beispiel: Hans Platzgumer wurde bereits 1991 teilweise als "Gott" tituliert, hatte 1997 gar eine Titelstory. Aber Chartehren?

Hätte mensch einen Künstler, der zur Ära der Gitarrenmusik sein Instrument nahezu unterm Hals spielte, mit einem hohen Werbeetat eventuell den großen Masen näher bringen können? Hans Platzgumer: "Wahrscheinlich, aber da ich so unterschiedliche diffizile Sachen mache, bin ich für die Medien und Massen nicht richtig greif- und vermarktbar. Ich bin eher ein Kunstprodukt als ein Massenprodukt." Seine Mutation von der gemeinen Gitarrenmusik der HP Zinker über HipHop bis zum Elektro-Soul, keine Sparte wurde dem Österreicher verweigert. Nicht nur musikalisch, auch geographisch wurden diverse Ortswechsel vollzogen. Welcher Wohnort (Wien, New York, Hamburg,...) hat die eigenenen Sounds (HP Zinker, Die Goldenen Zitronen, Solo,...) wie beeinflußt? "Jeder Ortswechsel war wichtig. Für den eigenen Horizont und die Musik der Epoche. Vor allem , im Teenageralter, die Punkszene Österreichs, dann die Indie-Noise-Rockszene der US-Ostküste.Später in Süddeutschland / Wien besonders die Techno-Electro-Ambient-Einflüsse." Eine richtige Heimat bei einer Plattenfirma entwickelte sich nicht. "Da meine Releases so Unterschiedlich und teils so häufig sind/waren, war es meist für ein und dasselbe Label nicht möglich, alles rauszubringen. Ich probierte dann auf Seperator als mein eigenes Label alles unter ein Dach zu bekommen, doch es war nicht möglich. Deshalb bin und bleibe ich ein unfreiwilliger freelancer, der jedoch mit bestimmten Projekten immer gewissen Mutterhäusern treu bleibt." Einziger Konsens in der Platzgumerschen Musik ist/war das Hören auf guten Anlagen, mit Liebe zum Detail. "Software", der just erschiene Nachfolger zur "Miss Me"-LP mit Catriona Shaw (VÖ war vor gut 2 Monaten!?!!) besticht durch eben jene Kleinigkeiten. "TC 78" beginnt mit einem Fußball-Kommentar, der Österreichs legendären Sieg bei der WM des Jahres über Deutschland thematisiert. "Na, Hans, was geht - a bisserl die Piefkes ärgern?" Höre ich latent unsere Landsleute fragen. "Es soll eher die Ösis erfreuen. Und den Schneckerl." Letzterer dürfte der damals als Spieler beteiligte, heutige Ösi-Nationalcoach Prohaska sein, oder? War der auch an der Niederlage 1990 gegen die Faröer Inseln beteiligt? By the way...die Qualitätsmerkmale der Platzgumerschen Musik werden seine balltretenden Landsleute nie erreichen!

Aktuelles Album: Software (Doxa Records / EfA)
© 01. November 2002  WESTZEIT ||| Text: Ralf G. Poppe
November 2002

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