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UNION YOUTH - Landliebe

Als vier junge Landeier von der holländischen Grenze ihr erstes Demo aufnahmen und völlig ohne Hintergedanken in der Welt kursieren liessen, dachten sie wohl nicht im Traum daran, ein derart großes Echo einzufahren. In unserer schnellebigen Zeit zählt also wohl doch noch Spontaneität und Ehrlichkeit? Sänger Maze erklärte Westzeit im Interview, warum es so schön auf dem Teppich ist.

Letzten Endes dreht sich doch alles immer nur um Musik. "Wir wollten nie etwas Anderes machen. Dann war es logisch, dass wir eine Band gegründet haben. Und eigentlich sind wir genau wie alle anderen auch nur vier Typen mit kaputten Hosen, die all das, was sie gerne hören, kopieren und auch machen wollen. Wir werden stark von Musik beeinflusst und lassen das auch bewusst zu." Das Landleben scheint da auch nicht unwesentlich mitzuprägen. "Klar haben wir hier viele Freiheiten. Ich glaube, wenn man in der Stadt wohnt, muss man viel zu oft Trends nachlaufen oder das automatisch passiert, weil man einfach bombardiert wird. Ob das nun Musik ist oder auch Mode, so etwas hat mich hier nie interessiert. Und eigentlich ist bei uns in Bad Bentheim nichts los. Man kann ausgehen, aber wir können das hier nicht. Und das hat uns mit Sicherheit weitergebracht, weil wir deshalb immer proben." Eigentlich die beste Vorraussetzung für eine steile Karriere. "Wir haben vor knapp zwei Jahren angefangen und eigentlich jeden Tag geprobt. Uns war direkt klar, dass dies keine Band ist, mit der man sich mal am Wochenende trifft und den Rest der Woche arbeitet man... Nein, wir wollten eine richtige Band sein. Nach 1 _ Jahren am Stück proben in einem versifftem Kellerraum, so wie ihn jeder kennt, hatten wir so dermaßen die Schnauze voll, dass allein das Betreten dieses Raumes die absolute Hölle war. Wir haben ja auch nie was aufgenommen oder Konzerte gespielt, sondern immer nur geprobt und hunderte von Songs geschrieben. Dann wurde halt aufgenommen und verschickt, aber daraus ergab sich nix, weil das halt nur so Schrottaufnahmen waren. Dann kamen wir über einen Freund an Kurt Ebelhäuser, dann irgendwie an Geld und dann haben wir ein paar Songs mit ihm aufgenommen, diese auch wiederum verschickt, und dann kam Interesse auf und irgendwie hat dann alles seinen Lauf genommen." Und so kam es, dass auch Angebote aus den USA vorlagen. "Wir sind dann auch mal rüber und haben Showcases gespielt und uns alles sagen lassen und leider feststellen müssen, dass die eigentlich nur viel Geld hatten und uns viel Geld geben konnten, nur damit wir irgendwann wahrscheinlich die größte Band der Welt werden. Und das wollen sie glaube ich mit jeder Band machen. Was da passiert ist, war so unglaublich ekelhaft. Keiner von uns, wollte hinterher wieder zurück. Wir haben uns nicht gesträubt, zu einer amerikanischen Plattenfirma zu gehen, wollten aber schon unsere eigenen Bedingungen mitnehmen. Wir haben da Manager getroffen und waren in Clubs für reiche Rockstars, wo ausser uns wirklich nur Megastars rumhingen und dann stand dann auf einmal so ein Manager mit Sektpulle und hat sich von fünf Frauen gleichzeitig einen Blasen lassen. Total bescheuert! Da war uns klar, dass wir da nicht hin wollen." Ja, manchmal ist der heimische Teppich doch die beste Grundlage für ein gepflegtes Stück Musik. Schön, dass die Jungs das auch sehen und uns auch in naher Zukunft weiter Freude bereiten. So zum Beispiel auf der Southside-Clubtour. Muss man mal gesehen haben. Und vor allem gehört.

Aktuelles Album: The Royal Gene (eastwest)
© 01. Oktober 2002  WESTZEIT ||| Text: Axel Nothen
Oktober 2002

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