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DONOTS - Krachschläger

Als vor knapp 10 Jahren ein Haufen wilder Jungs in Ibbenbüren den Punk für sich in Beschlag nahmen, ging es noch um den Spaß allein. Dass sich mit der Zeit viel getan hat und immer mehr Leute auf der ganzen Welt die catchy Dreieinhalbminüter aus dem Grenzland zu schätzen wissen, bestätigt die harte Arbeit der fünfköpfigen Band. Und das, obwohl es eigentlich nie leiser wurde.

Bassist Jan-Dirk wirkt ein wenig aufgeregt, nicht nur ihm gefällt „Got The Noise“ sehr gut, und die durchweg positiven Ergebnisse der letzten Platte „Amplify The Good Times“ machen Lust auf mehr.

„Wir hatten hierzulande seinerzeit einen Top20-Charteinstieg zu verzeichnen, was uns sehr gefreut hat, und witzigerweise hat sich das Album in Japan noch besser verkauft als hier.“

Wir schweifen ein wenig ab und Jan-Dirk schwärmt von den Japan-Shows, die allesamt in gut gefüllten Clubs vor frenetisch jubelndem Publikum abgerissen wurden. Doch zurück zur Basis und der Frage, welche Ziele die Band denn derzeit hat.

„Wir sind eigentlich eine sehr schlecht organisierte Band und planen recht wenig. Erst einmal wollen wir touren, touren, touren, was wir im letzten halben Jahr ziemlich vermisst haben, und dann sehen wir, was folgt. Im Studio zu sein, ist auch schön, aber halt eine völlig andere Sache. Jetzt haben wir die ersten paar Festivals gespielt - da fühlt man sich doch gleich wieder besser. Ich glaube, wenn man das eine hat, will man lieber das andere.“

So hatte die Studio-Session mehr positive Aspekte, als sich auch die Donots wohl selbst ausgemalt hatten.
„Es hat viel Spaß gemacht, vor allem, weil wir viel live aufgenommen haben. Der einzige Kritikpunkt, der immer wieder mal aufkam, war, dass es live doch immer noch ein Stückchen mehr gerockt hat, was wir nun auch mal aufs Album packen wollten. Schon mit unserer Metal-EP sind wir in diese Richtung gegangen, obwohl das eigentlich nur Zufall war, weil unser Produzent damals nur live aufnehmen wollte und wir dann quasi dazu gezwungen waren. Es ist halt eine ganz andere Rangehensweise, weil wir immer alle zusammen in den Song involviert waren. Das Ergebnis ist vielleicht hier und da etwas rumpeliger, aber auch viel frischer.“
War es bei dieser Arbeitsweise nicht nervig, dann jede Nummer ungefähr 30 mal zu spielen.
„Im Endeffekt waren es wohl weniger Takes als bei unseren vorherigen Step-By-Step-Aufnahmen, glaube ich. Es gab oft nur 2 oder 3 Takes, woraus dann das Beste genommen wurde. Dadurch hatten wir auch viel mehr Zeit, konnten viel experimentieren und waren dennoch viel früher fertig. Da kam es dann auch vor, dass unser Produzent zeitweise so etwas wie Langeweile verspürte.“
Naja, etwas übertrieben ist das schon, denn das Songmaterial ist tödlich heiss und nicht nur für treue Fans ein gefundenes Fressen. Diese wurden direkt zum Startschuss mit einer EP und daran hängendem Gewinnspiel für 4 klitzekleine Clubsshows verwöhnt. Ist es nicht mehr so einfach, die Fans bei der Stange zu halten?
„Es ist erschreckend, wie wenige Leute überhaupt noch auf Konzerte gehen. Sehr viele Shows werden in kleinere Läden verlegt, die Kids brennen kaum noch darauf, sich bestimmte Künstler anzusehen, weil sie meist eh nur ein paar Lieder kennen. Wer rennt denn heute noch morgens um 9 in den Plattenladen, wenn eine bestimmte Scheibe rauskommt. Es ist sehr schade, dass die Musikkultur so ein bisschen vor die Hunde geht.“ Ein kleines Tränchen wird verdrückt und dann gleich wieder gelächelt. Ja, wir sind vielleicht in der Minderheit, aber unterkriegen lassen wir uns noch lange nicht. Nicht in 10 Jahren!
Aktuelles Album: Got The Noise (G.U.N./BMG)
Weitere Infos: www.donots.com
© 01. Juli 2004  WESTZEIT ||| Text: Axel Nothen
Juli 2004

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