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SOPHIA - Power to the People

Da gehen sie also hin, die ganzen guten Vorsätze: Eigentlich war Robin Proper Shepard´s Sophia-Projekt ja ursprünglich als Trilogie konzipiert. Dann gewann die Sache eine solche Eigendynamik, daß die neue CD, „People Are Like Seasons“ nicht nur bereits die vierte ist, sondern sogar auf einem größeren Label erscheint und der Meister zudem bereits an einer weiteren arbeitet.

Das liegt vor allen Dingen daran, daß Robin mit der aktuellen CD – die seine bislang vielseitigste und abwechslungsreichste ist – allerbestens leben kann. „Ich bin jetzt erstmals vollkommen damit zufrieden, was ich gemacht habe“, verrät er uns und führt das auch gleich aus: „Bisher war die Live-CD ´De Nachten´ mein Lieblings-Album, weil hier erstmals meine Erwartungen übertroffen wurden. Das brachte mich dann zu der Erkenntnis, daß ich Sophia vielleicht sogar auf ein neues Level heben könnte. Die neue Scheibe ist die ambitionierteste, die ich je gemacht habe. Ich bin zufrieden, glücklich und stolz darauf. Denn bislang hatte ich nie genau das erreicht, was ich vorher geplant hatte. Das war jetzt erstmals der Fall.“ Moment mal - wenn er „De Nachten“ bislang als Magnum Opus betrachtete: Wo ist denn da der Unterschied zu „People“? „Nun, ich hatte dieses Mal keine Bedenken, Dinge auszuprobieren, wie z.B. harte Songs mit einzustreuen. Alle meine Alben bislang hatten ein Konzept, daß jedoch nie funktionierte. Jetzt dachte ich mir, daß ich vielleicht weniger auf andere, als vielmehr auf mich selbst hören sollte. Beim Mastern stellte ich dann fest, daß das wunderbar funktioniert hatte... Ich finde das aktuelle Album so dermaßen befreiend. Ich spielte mit den Erwartungen der Leute an Sophia. Mir ist klar, daß ich z.B. mit den harten Songs einige Fans enttäuschen würde. Also brauchte ich deswegen auch keine Kompromisse einzugehen.“ Hat sich denn grundsätzlich etwas an Robin´s Ansatz geändert? Immerhin klingt die neue Scheibe – von den angesprochenen harten Songs abgesehen – immer noch so, daß man Sophia wiedererkennen kann. Und das ist Robin wohl auch wichtig: „Auch wenn der eine oder andere Song nicht jedem gefällt, denke ich doch, daß die Leute auf jeden Fall merken werden, daß immer noch ich es bin, der da singt“, stellt er noch mal ausdrücklich fest, „und was die Songs betrifft: Ich trage meine Stücke zwar immer noch aus der ´Ich-Perpektive´ vor, jedoch gehe ich jetzt erstmals darauf ein, welche Auswirkungen ich auf andere Personen habe. Das ist neu für mich und so entstanden Stücke wie ´Darkness´ als eine Art Dialog, die gleichzeitig eine Reflektion über eine Beziehung darstellen.“ Darüber hinaus verarbeitet Robin auf dieser Scheibe den Tod seiner Mutter und weitere persönliche Themen. Dennoch klingt die Scheibe musikalisch selbstbewußter und kraftvoller als die anderen Sophia-Werke. Robin hat dafür eine einfache Erklärung: „Es ging mir bei diesem Album zunächst einmal darum, mich selber glücklich zu machen.“ Und das – so scheint es – ist das beste Rezept überhaupt.
© 01. Februar 2004  WESTZEIT ||| Text: Ullrich Maurer ||| Foto: Phillip Lethen
Februar 2004

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