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KREATOR - Erfolgsstory auf solidem Fundament

Der Heavy Metal feiert seine Renaissance und kaum eine Band könnte das besser zelebrieren als Kreator. Das erste Studio Album von Kreator „Endless Pain“ aus dem Jahr 1985 scheint Lichtjahre in der Vergangenheit zu liegen. Heute, ganze 27 Jahre später und somit fast drei Jahrzehnte danach kommt das 13. Studioalbum „Phantom Antichrist“ der Band heraus. Der charismatische Frontmann Miland „Mille“ Petrozza, Sänger, Gitarrist und Bandgründer ist der Band über all die Jahre treu geblieben, wenn auch er sich persönlich und musikalisch von Album zu Album weiterentwickelt hat. In einem Interview an einem sonnigen Nachmittag gibt er Aufschluss über das, was es mit dem neuen Kreator Album auf sich hat.

Wie siehst du die Entwicklung von Kreator aus deiner Sicht?

“Weißt du, das ist wie mit einer Wellenbewegung. Sowohl auf der persönlichen als auch auf der musikalischen Ebene gibt ständige Auf- und Ab´s. Das ist wie im richtigen Leben, die ersten sechs Kreator Alben waren sehr stark und ziemlich geradeaus und überzeugend. Anfang der neunziger wurde es dann etwas ruhiger und wir hatten auch unsere Line-Up-Probleme. Dies führte zu einer Identitätskrise. Es ist schwer die richtigen Musiker für eine bestehende Band zu finden. Seit 2001 haben wir mit Sami Yli-Sirniö einen sehr guten Gitarristen und das Line-Up auch nicht mehr verändert. Das für eine Band unheimlich wichtig und ist dann wie ein Ruhepol weil man mit solchen Dingen nicht mehr zu kämpfen hat. Wenn du dich voll auf die Musik konzentrieren kannst, schaffst du es auch die Musik weiter zu entwickeln. Du darfst auch nicht vergessen, das ich mit fünfzehn Jahren noch recht Jung war als ich die Band gegründet habe und wenn du in die ersten Demos von 1984 reinhörst, spielt da eine Kinderband. Wenn du Phantom Antichrist damit vergleichst, hörst du eine Band die über einen großen Erfahrungsschatz verfügt, der sich über die Jahre aufgebaut hat. Das ist immer ein Spiegelbild der jeweiligen Entwick lungsphase.”

Was ist die Kernaussage des neuen Albums?

“Auf dem neuen Album gibt es neun Songs. Hierbei steht jeder Song für sich. Das Thema ist bei allen Kreator Alben ähnlich: Wir sind gegen Unterdrückung und für kritischen Umgang mit den Massenmedien. Die Texte sind davon geprägt, wie ich bestimmte Missstände empfinde. Beim Titelsong „Phantom Antichrist“ zum Beispiel geht es um Medienmanipulation. Von den Texten her ist es eindeutig das positivste Kreator-Album. Ein weiteres Beispiel ist der Song „Death To The World“. Der Song handelt von Umweltverschmutzung und setzt sich auch mit dem Thema Massentierhaltung kritisch auseinander.”

Wie ist die Resonanz der Medien auf das neue Album?

“Wenn ich von den Medien ausgehe, haben wir bisher sehr gute Kritiken bekommen. Für mich ist es immer wichtiger was die Fans sagen. Das gute ist: Das viele Journalisten die Bandgeschichte seit Jahren mitverfolgen und auch gut finden. Die Resonanz auf die neue Single, die auch auf unserer Homepage als Video veröffentlicht wurde ist wirklich sehr gut. Unser Ziel ist es nicht zu eindimensional zu sein, das wäre auf Dauer zu langweilig. Deswegen fließen zum Beispiel auch traditionelle Metal-Elemente bis hin zu Punk oder Hardcore mit in unsere Musik ein. Das ist eben Musik, die wir lieben und mit der wir aufgewachsen sind.”

Wie ist die allgemeine Stimmung innerhalb der Band:

“Momentan ist es sehr gut und ziemlich harmonisch innerhalb der Band. Es liegen viele Live-Auftritte vor uns und wir spielen z.B. in Portugal mit Metallica, darauf freuen wir uns sehr.”

Was würdest du jungen Musikern mit auf den Weg geben, um im Musikbusiness erfolgreich zu sein?

“Musik sollte immer Leidenschaft sein, sonst ist das seelenlos, egal um welches Genre es sich handelt. Einfach machen, es gibt da keine Formel für. Erfolg darf man auch nicht messen, selbst wenn einer deine Musik gut findet, ist ja schon ein Erfolg. Ich kann nur jedem raten, dass er an seiner Musik arbeitet und daran Spaß hat.”

Wer hat das Artwork von ´Phantom Antichrist´ gestaltet?

“Das Album-Cover hat Wes Benscoter für uns gezeichnet, er hat auch schon für Slayer und Black Sabbath Cover gezeichnet. Es ist das erste Cover, das er für uns gestaltet hat.”

Vielen Dank für das Interview.

Aktuelles Album: Phantom Antichrist (Nuclear Blast)
© 01. Juli 2012  WESTZEIT ||| Text: Marcel Grospitz
Juli 2012

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