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WORTMORD - Wortgeburt

Wenn es um traditionellen Metal geht, ist die Auswahl auf dem deutschen Musikmarkt sehr überschaubar. Es gibt nur ein paar wenige erfolgreiche Ausnahme-Bands wie z.B. Rammstein die auch international durchstarten konnten. Die Metal-Szene hat sich nicht zuletzt durch das Internetzeitalter mit illegalen Downloads und auch durch die Genre-Vielfalt stark verändert. So dass es kaum noch Bands gibt die es sich leisten können professionell Musik zu machen, weil Sie schlichtweg von der Musik alleine nicht leben können.

So auch die im Frühjahr 2007 gegründete Band Wortmord. Gründer und Gitarrist der Band ist Peppi aka Grave Violator. Peppi ist in der Szene kein unbekannter. Er war als Gitarrist bei der legendären Sodom Produktion von 1984 „The Final Sign Of Evil“ fest mit Boot und die hat die Metal-Szene bereits in dieser Zeit stark geprägt. Nach diversen Konflikten mit dem im Jahr 2008 verstorbenen Drummer Witchhunter und auch zu bedauern von Tom Angelripper, ist Peppi damals bei Sodom ausgestiegen. Statt weiter Musik zu machen, ist er damals seinen eigenen Weg gegangen und hat eine Familie gegründet. Heute ist er stolzer Vater eines elf und eines vierzehnjährigen Sohnes.

Wie kommt es, dass Du wieder Musik machst?

“In erster Linie geht es mir um den Spaß, den ich an der Musik habe. Das merkt man auch an einigen Hitverdächtigen Songs wie z.B. ´Willkommen im Club der lebenden Leichen´, ´Einfach mal die Fresse halten´ oder ´Die Feile im Mund´.

Wofür steht Wortmord?

“Wortmord steht für Brett-Metal, Trash-Punk-Metal mit deutschen Texten. Mit Ausnahme vom Bonus Track ´Bloody Corpse´ ( gesungen von Tom Angelripper ).”

Neben Tom Angelripper hat auch Mille Petrozza eine kleine, aber feine Gast-rolle auf eurem Album, wie kam es zu der Zusammenarbeit?

“Tom bin ich sehr dankbar, das er mir hierbei ausgeholfen hat und Mille musste ich ganz schön bekneten, bis er es endlich geschafft hat, im Studio vorbeizukommen, da er sehr viel unterwegs ist. Ab und zu spielen wir auch mal eine Runde Badminton, darüber hinaus kennen wir uns bereits aus unserer gemeinsamen Schulzeit. Sein Feature auf dem Track ´Feile im Mund´ trägt seine ganz persönliche Handschrift und ich hätte ihn am liebsten den ganzen Song singen lassen.”

Wie haben sich die neuen Bandmitglieder Sänger Uli und Bassist Schieri in die Band eingelebt?

“Wir verstehen uns super und haben zuletzt sehr viel damit zu tun gehabt unseren neuen Proberaum auszubauen, jetzt proben wir wieder jeden zweiten Tag und bereiten uns auf einige Konzerte vor.”

Wer ist bei euch für das Coverdesign verantwortlich?

“Das Cover hat unser Gitarrist Toto entworfen. Es zeigt das Röntgenbild eines menschlichen Schädels, dem ein Embryo eingepflanzt wurde. Dieser Embryo steht sinnbildlich für das Wort, was im Kopf geboren wird und einem dann buchstäblich aus der Nase gezogen wird. Daraus wurde dann der Album Titel: Wortgeburt.”

Wer schreibt bei Wortmord die Texte?

“Die meisten Texte habe ich geschrieben, aber auch unser Sänger Uli und die Freunde Karin und Roger haben uns etwas lyrischen Input gegeben.”

Was sind deine musikalischen Einflüsse?

“Ich höre am liebsten den Metal und Punk der alten Schule, Bands wie Metallica, Slayer, Kreator oder auch Slime. Mein ältester Sohn hört aber auch schon Metal-Musik, da bleibe ich dann immer auf dem neuesten Stand und weiß was gerade angesagt ist.”

Wie siehst du die Musikszene heute im Vergleich zu den achtzigern und was bedeutet das für dich persönlich?

“Wir können leider nicht alle von der Musik leben, so dass wir zum Teil in normalen Berufen arbeiten müssen. Das macht es natürlich schwierig, wenn es viele aufeinander folgende Konzerttermine gibt. Zum Glück haben wir da sehr tolerante und verständnisvolle Arbeitgeber. Heutzutage ist es auch viel wichtiger im Internet präsent zu sein, da man über dieses Medium sehr viele Menschen erreicht, im Gegenzug sinken natürlich die Verkaufszahlen was wiederum ein Teufelskreis ist. Wie schon gesagt: Für uns steht der Spaß am Musik machen an vorderster Stelle.

Aktuelles Album: Wortgeburt (Sunny Bastards / Broken Silence)
© 01. Oktober 2010  WESTZEIT ||| Text: Marcel Grospitz
Oktober 2010

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