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H-BLOCKX - Immer wieder

Sich über 15 Jahre im nationalen alternativen Musikzirkus zu halten, ist auf jeden Fall eine Leistung, die sicherlich zu würdigen ist. Nicht nur die Tatsache, dass die H-Blockx mit vielen Umbesetzungen zu kämpfen hatten, nach dem furiosen Debüt waren die Erwartungen bekanntermaßen hoch. Zeit für einen kleinen Rückblick mit Sänger Henning Wehland.
„Wir haben vor so vielen Problemen gestanden, die eigentlich dazu genötigt hätten, die Band aufzulösen, aber trotzdem haben wir es immer wieder geschafft, mit der nötigen Frische an die Sache ranzugehen und uns den Spaß nicht verderben zu lassen. Ich denke auch, dass wir für die deutsche Musikgeschichte einiges geleistet haben in der Form, als dass wir Anfang der 90er einen Musikstil mit etabliert haben.“

Ohne Frage war das, was die H-Blockx seinerzeit losgebrochen haben, für die Szene ein willkommenes Geschenk. Und die Spannung, eine Platte zu veröffentlichen ist nach wie vor gegeben.

„Auf eine andere Art und Weise, aber auf jeden Fall. Bei der ersten Platte war es natürlich so, dass wir garnicht wussten, was es bedeutet, eine Platte zu machen. Wir sind recht naiv an die Sache rangegangen, was damals aber auch ein riesengroßer Vorteil war. Jetzt haben wir natürlich mehr Erfahrungen, aber man muss auch sehen, dass man damit im Rahmen seiner Möglichkeiten bleibt. Die Spannung ist nach wie vor groß. Sehr viel wichtiger ist es geworden, ein kontinuierliches Songwriting aufrecht zu erhalten und neue Trends und Strömungen mit einzubeziehen.“

Dass dabei nicht unerhebliche Personalwechsel die Sache nicht unbedingt leichter gestalten, ist das Übel, dass die H-Blockx nicht nur einmal erfahren durften.

„Nenn mir eine Band, die in 15 Jahren ihres Bestehens immer noch in der gleichen Besetzung und ohne Probleme arbeitet! Ich denke, jede Band hat ab einer bestimmten Zeit das Problem, dass sich nicht mehr alle mit der Sache identifizieren können. Wir fünf kamen charakterlich aus so vielen unterschiedlichen Richtungen, dass wir teilweise auf Fakten gestossen sind, die zeigten, dass wir uns voneinander weg entwickelt haben, vor allem musikalisch. So gesehen ist es eigentlich die Sensation schlechthin, dass es die Band überhaupt noch gibt.“

Darüberhinaus haben die allgemeinen Schwierigkeiten innerhalb des Business Spuren hinterlassen.

„Man sieht natürlich, wie sich die Plattenverkäufe reduziert haben. Ich glaube nicht, dass wir noch mal in den Genuss kommen werden, wie beim ersten Album eine halbe Million abzusetzen, das ist mittlerweile utopisch geworden. Nach wie vor ist es aber auch ein Ziel von mir persönlich, an sechsstellige Verkaufszahlen ranzukommen. Wenn man allein die haptischen CD-Verkäufe betrachtet, möchte man gar nicht meinen, dass wir in den Sphären spielen, in denen wir tatsächlich spielen, nimmt man die elektronischen Medien hinzu, spricht das Ergebnis schon eine ganz andere Sprache. Dieses Mischverhältnis ist schon interessant und Downloads - auch legale - werden sicher noch stärker frequentiert werden. Die Entwicklung in der Industrie ist sicher spannend, auch die Tatsache, dass sich die großen Firmen mittlerweile verbünden. Ich denke, dass das der Musik letztenendes wieder zu Gute kommt, weil keiner weiss, wie er damit umzugehen hat und die, die es mit der Musik immer ernst gemeint haben, dabei bleiben.“

Sicherlich hat auch die Band selbst Fehler gemacht, gab es dabei einen besonders großen und signifikanten? Henning überlegt.

„Ich denke darübver nach, ob wir einen Fehler zwei mal gemacht haben. Man darf jeden Fehler einmal machen und muss dann daraus lernen. Das haben wir wohl getan, und das ist wohl der Grund, warum es uns noch gibt.“

Aktuelles Album: Best Of (GUN/BMG)
Weitere Infos: www.h-blockx.de
© 01. November 2004  WESTZEIT ||| Text: Axel Nothen
November 2004

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