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SCHROTTGRENZE - Am Ende zeitlos

Was in den 90ern als klassische Punkband begann ist mittlerweile zu einer bemerkenswerten nationalen Gitarrenband gereift. Auch wenn man hinter dem Namen Schrottgrenze deutlich Härteres vermuten mag, ist es doch weitaus feinfühligerer Natur. Vorläufiger Höhepunkt der bandeigenen Entwicklung ist das gerade erschienene fünfte Album „Das Ende Unserer Zeit“.

„Wir sind heute nicht mehr so Punk wie früher. Ich würde unsere Musik jetzt als poppigen Indie-Punk bezeichnen. Wir haben viele 70er-Einflüsse.“ versucht Schlagzeuger Alex, der zugleich für den Leadgesang zuständig ist, den Stil von Schrottgrenze in Worte zu zu fassen. „Und wir sind auch keine klassische Partyband, legen nicht so viel Wert auf das Showelement Rock´n´Roll. Wir gehen nicht so sehr aus uns raus, sondern sind eher etwas reserviert, möchte ich behaupten. Wir pflegen eher ein bißchen die Indie-Attitüde, weil die uns mehr liegt.“ Verglichen wurden sie schon mit den unterschiedlichsten Bands, doch so recht wollte das nie passen. Ein markantes Mermal von Schrottgrenze ist wohl ihre Melodieverliebtheit. Das Hauptaugenmerk liegt bei den vier Wahl-Hamburgern allerdings auf sprachgewandten melancholischen Texten. „Wir haben schon immer deutsche Texte gehabt, weil niemand von uns gut Englisch kann.“ Das ist das beste Argument, was eine deutsch singende Combo meiner Meinung nach bringen kann, gerade in einer Zeit, in der deutschprachige Musik wieder hohe Wellen schlägt. Was hält Alex von Silbermond, Juli und Co.? „Dazu habe ich überhaupt keine Meinung. Ich habe kein Musikfernsehen, deswegen kenne ich die Songs teilweise nur vom einmaligen Hören. Ich weiss gar nicht, was die Bands auf ihren Alben machen. Ich will denen nichts anlasten, sondern glaube einfach, dass es eine Musikrichtung ist, die mich nicht interessiert und es eine Welle ist, die auch wieder vorbeigeht.“ Schrottgrenze dagegen kann man nicht als kurzweilige Erscheinung bezeichnen. Die Gruppe besteht (allerdings mit zwischenzeitlichem Namens- und Mitgliederwechsel) seit bereits zehn Jahren. Die vier Herren Mitte zwanzig nahmen ihre fünfte Scheibe im bandeigenen Proberaum-Studio unter Eigenregie auf. Herausgekommen sind 12 Songs, von denen bisher nur zwei live präsentiert wurden. Das heißt, die Fans können sich auf wirklich brandneue, unbekannte Stücke freuen. Zwei bis drei Monate wurde aufgenommen und gemixt. An den Songs selber hat Alex eineinhalb Jahre gearbeitet. „Ich schreibe Texte darüber, was um mich herum passiert. Sie stehen dadurch, dass das in einer gewissen Zeitspanne passiert, immer in einem gewissen Kontext zueinander. Wenn ich eine Phase habe, wo ich gut drauf bin, schreibe ich andere Texte als auf dem neuen Album. Das war eher eine Phase, in der ich schlecht drauf war. Das Album war das Instrument dafür, diese zu verarbeiten. Ich glaube, dass es eine Platte ist, auf der man vieles entdecken kann und für die wir alles gegeben haben.“ Täglich setzt sich der 25jährige Songwriter hin – nicht nur um zu schreiben, sondern auch zur Entspannung. „Zwilling“ ist Alex´ Lieblingsstück auf der neuen Scheibe „...weil der Text für mich eine ganz persönliche inhaltliche Ebene umsetzt, die ich vorher noch nie umgesetzt habe.“ Neugierig geworden? Dann besorgt euch „Das Ende Unserer Zeit“ oder schaut euch die Jungs live an! Bis Ende des Jahres sind Schrottgrenze noch zahlreich auf deutschen Straßen unterwegs. Haltet einfach Ausschau nach einem schwarzen Sprinter-Van...!

Aktuelles Album: Das Ende Unserer Zeit (Weird System/Indigo)
Weitere Infos: www.schrottgrenze.de
© 01. November 2004  WESTZEIT ||| Text: Verena Roelvink
November 2004

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