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SAM RAGGA BAND - Sommer, Sonne, Sonnenschein

Das Schmuddelwetter ist passé, die Sonne scheint endlich. Badestrände, Eis, Erfrischungsgetränke. Und, passend dazu, „The Sound Of Sam Ragga“. Warum diese neuen Grooves aus Hamburg-Loktown mehr sind, als nur musikalische Untermalung, ergründete die Westzeit direkt vor Ort...an der Waterkant.

Das Labelinfo führt „The Sound Of Sam Ragga“ unter Reggae, Dancehall, Pop. Ein großer Sprung, wenn man bedenkt, in welchem Kontext noch die erste CD-VÖ mit der Sam Ragga Band stand. „Searching For The Jan Soul Rebels“ (2001) von Jan Delay (aka Eißfeldt / Beginner) entstand unter Mithilfe von Sam Ragga-Leuten, war musikalisch jedoch eher dem Underground zuzuordnen. „Loktown Hi-Life“ kam dann zu Beginn 2003 als offizielles Sam Ragga-Debut auf Platz 22 der Albumcharts. Marc Wilkes (36 Jahre alt; Gitarre), Kopf der mittlerweile acht Personen umfassenden Band (vier davon waren beim Interview zugegen), schildert den Werdegang aus seiner Sicht: „Es gibt auf jeden Fall eine bestimmte Entwicklung. Die drei Platten kann man natürlich nicht in eine Waagschale werfen. Bei `Searching...´ war es zu mindestens 50% auch Jan, der die Platte ja auch gemacht hat. `Loktown...´ hatte sehr viele Gäste / Features, und diesen HipHop-Umkreis. `The Sound...´ist jetzt die Entwicklung zu einer eigenständigen Band. Die dadurch entstanden ist, dass letztes Jahr die große Tour mit diesem Sänger(-Innen) LineUp kam. Da war klar, dass ist jetzt die Formation, mit der wir die neue Platte machen wollen. Das ist Entwicklungsgeschichte, `The Sound Of Sam Ragga´ Repräsentiert wirklich das, was da drauf ist. Ja, es ist poppig, wir haben auch keine Angst vor dem Begriff. Es ist Popmusik. Aber der Begriff sagt noch nichts. Es gibt substanzielle Sachen und es gibt diesen Begriff, der so negativ genutzt wird. Wir sind keine Reggae-Band in dem Sinne, versuchen nicht, irgendwelche Styles zu kopieren oder nachzuspielen. Sondern wir haben Reggae als Basis in die ganz andere musikalische Einflüsse reinfließen. Von Afro über Rhytm & Blues bis zum Rock. Unsere gesamte Vergangenheit, auch was wir früher, vor 20 Jahren, gehört haben, fließt ein.“ Und wirklich. Jessica McIntyre (28), die mit Esther Cowens und Seanie T. weitgehendst die Vocals übernahm, fügt hinzu: „Ich höre auch gerne Siouxsie & The Banshees, Sonic Youth oder Joy Division.“ Mit „Atmosphere“ findet sich dann auch folgerichtig eine Joy Division-Coverversion auf dem Album, allerdings völlig neu interpretiert. Die dunklen Elemente wurden ausgelassen, positive Klänge machten aus einem ursprünglich sehr melancholischem Song eine Popnummer - sogar mit Hitcharakter! Ein „richtiger“ Hit wird bei Veröffentlichung dieser Zeilen -wahrscheinlich- bereits „Schade“ sein. Die Kollaboration mit Nena, die, wie Joy Division, zu Beginn der 80er Jahre zu Ruhm kam. Die vor einiger Zeit ein Riesen-Comeback schaffte. Der Kontrast. „Schade“ ist in deutsch eingesungen, die meisten anderen Titel sind in englisch gehalten. Wilkes: „Englisch ist die Muttersprache der Sänger(-Innen), so ist es logisch, in Englisch zu singen.“ Ausserdem ist „Schade“ kein reiner Sam Ragga-Song, sondern eben von der Sam Ragga Band und Nena. Beide Parteien stehen gleichberechtig nebeneinander, niemand ist Gast. Mit-Produziert wurde der Track von Phillip Palm. Ansonsten entstand „The Sound Of Sam Ragga“ gänzlich unter der Regie der Band! Deren sämtliche Mitglieder und deren Instrumentarium hier namentlich aufzuführen, leider den Rahmen sprengen würden - vielleicht nicht schlimm, aber Schade.
Aktuelles Album: The Sound Of Sam Ragga (Wea)
Weitere Infos: www.samraggaband.de
© 01. September 2004  WESTZEIT ||| Text: Ralf G. Poppe
September 2004

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