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BAD RELIGION - 30 Jahre Punkrock

Bad Religion können inzwischen auf eine über 30 Jahre lange Karriere zurückblicken. Grade im manchmal doch recht schnelllebigen Punk- und Alternativegenre ist das schon eine halbe Ewigkeit. Mit der Veröffentlichung des neuesten Albums ´True North´ hat sich die Band zum Glück nur zwei Jahre Zeit gelassen. Bassist Jay Bentley beantwortete uns aus diesem Anlass einige Fragen rund um das neueste Werk und die Karriere der Punkrock-Ikonen.

´True North´ ist das inzwischen 16. Studioalbum von Bad Religion. Trotzdem ist es für Bentley immer noch jedes Mal aufregend, ein neues Album zu veröffentlichen:

“Natürlich ist es ein Unterschied, ob man als Band das erste Album veröffentlicht oder bereits das 16. Aber du bist trotzdem immer gespannt, wenn der Tag der Veröffentlichung ist und jeder es hören kann, was die Leute sagen werden. Und freust dich natürlich umso mehr, wenn es den Leuten dann auch noch gefällt. Andererseits sollte man auch nicht zuviel darauf hören, was andere Leute über deine Musik sagen. Wir haben von Anfang an musikalisch immer nur das gemacht, worauf wir Bock hatten und ich finde, so sollte es auch sein.”

Auch Rezensionen von Musikmagazinen oder Websites liest Bentley nur noch vereinzelt.

“Ich lese nicht mehr so viele Reviews wie früher. Ich interessiere mich da mehr für die Kritik von Freunden, die auch Musiker sind oder von Leuten, die uns gut kennen. Da kann man offen reden und sagen, ok dieser Song geht mal gar nicht, oder sowas. Es ist immer gut Freunde zu haben, die brutal ehrlich sein können. Ich finde, dass macht auch eine gute Freundschaft aus.”

Produziert wurde das neueste Werk von Joe Barresi, der auch schon für die Queens Of The Stone Age und Tool arbeitete und Bad Religion-Gitarrist Brett Gurewitz. Über den Studioaufenthalt sagt Bentley:

“Obwohl wir schon so oft in Studios aufgenommen haben, ist es immer wieder eine neue Erfahrung. Denn es gibt immer etwas Neues. Wir haben bisher zum Beispiel noch nie so lange mit ein und demselben Drummer zusammenarbeiten können, wie es jetzt der Fall ist. Und das ist super! Wir konnten soviel experimentieren wie selten zuvor bei Albumaufnahmen und es hat großen Spaß gemacht ´True North´ einzuspielen.”

Das neue Album klingt wieder mehr nach den musikalischen Anfängen von Bad Religion. Und das nicht ohne Grund:

“Die letzten unserer Alben waren von den Songstrukturen recht progressiv. Bei ´True North´ haben wir das ganz bewusst auf das Wesentliche heruntergebrochen. Wir wollten 2 Minuten Songs machen! Für mich klingt die neue Platte so wie der direkte Nachfolger von "Suffer" und "No Control"."

Und lachend fügt er hinzu:

“Hinzu kommt natürlich noch, dass wir inzwischen genau wissen, was wir da tun.”

Der Albumtitel wurde vom gleichnamigen Song abgeleitet, erklärt Jay Bentley: “Wir mussten einen Titel für das Album wählen und der Songname ´True North´ gefiel uns da am Besten. In diesem Song geht es darum, den richtigen Weg im Leben zu finden und diesem zu folgen, egal was andere Leute sagen.”

An ein Karriereende haben Bad Religion bisher auch noch nicht gedacht.

“Klar, das Ende von jeder Band ist unausweichlich früher oder später, aber wir haben uns darüber bisher keine großen Gedanken gemacht. Irgendwann wird es soweit sein, aber jetzt definitiv noch nicht,” mein Bentley. Im Sommer, beziehungsweise Frühjahr, wird die Band auch auf diversen europäischen Festivalbühnen zu sehen sein. Unter anderem wird es Auftritte bei Rock Am Ring und dem belgischen Groezrock-Festival geben.

“Wir freuen uns sehr wieder in Europa zu spielen! Im letzten Jahr haben wir nur ein paar wenige Shows gespielt und es war der erste Sommer in 25 Jahren, in dem wir nicht so viel gespielt haben. Deswegen wird es dieses Jahr sicherlich noch besser!”  

Aktuelles Album: True North (Epitaph / Indigo)
© 01. Februar 2013  WESTZEIT ||| Text: Jannik Holdt ||| Foto: Myriam Santos
Februar 2013

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