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JAZZSOUP - EIN FILM - Es ist noch Suppe da

The Dorf ist ein experimentelles Jazzorchester aus Münster und wird vom Saxofonisten Jan Klare angeführt. Das klingt zu einfach. Zu banal. „Es ist weder ein typisches Orchester, noch entspricht die Formation einer gängigen Bigband“, grätscht Jan Klare dazwischen, „The Dorf ist eher ein lebender Organismus, der ständig in neue Richtungen mutiert. Die Musik ist eine krassbunte Reise durch die Tradition der Jazz-Experimentation in der Klangtexturen und Instrumentierung Formen ignorieren.“ Jan Klare ist auch nicht einfach nur der Dirigent, er ist eher Möglichmacher, Motivator und Moderator in einer Person und damit der Kopf und das Herz des Dorfes. Und es gibt da noch ein besonderes Ritual, das mit Musik rein gar nichts zu tun hat. Oder vielleicht doch?

Jahrmarkt der Noten

Seit November 2006 treffen sich über 30 Musiker aus dem Ruhrgebiet einmal pro Monat im Domicil Jazz Club in Dortmund und spielen kollektiv als The Dorf. Spielen ist auch schon wieder zu kurz gegriffen.

„Natürlich wird Musik gemacht, einen ganzen Abend lang“, fährt Jan Klare fort, „doch vorher wird im Club geprobt. Das besondere dabei ist, dass das Repertoire aus von den beteiligten Musikern mitgebrachten Skizzen, Klangfetzen oder Stücken vor Ort, bei der Probe entsteht. Ein Jahrmarkt der Noten.“ Doch bevor es am Abend zum Spielen auf die Bühne geht, wird gemeinsam gegessen. Immer eine Suppe. Dazu geht ein Riesentopf mit cirka 20 Kilo Zutaten von Münster auf die Reise nach Dortmund. Die Faszination dieser emotionalen Interaktion, die einer sozialen Skulptur gleichkommt, hat den Filmemacher Jorgos Katsimitsoulias und seine beiden Mitstreiter Alexander Kersting und Ilias Ntais vom Fleck weg so fasziniert, dass sie das Innen- und das Außenleben von The Dorf als teilnehmende Filmbeobachter sechs Monate begleitet haben.



Teilnehmende Filmbeobachter

So begeben sich die drei Filmemacher mit ihrem Equipment, einem Teil der Musiker und dem Topf Suppe auf die monatliche Reise von Münster nach Dortmund. Ein filmisches Dokument entsteht.

„Es ging uns nicht darum, eine klassischen Konzertfilm zu drehen“, stellt Jorgos Katsimitsoulias klar, „im Mittelpunkt steht das Nachzeichnen von Prozessen und Interaktionen in diesem besonderen Orchester The Dorf. Dabei spüren wir den einzelnen, kleinen Geschichten der beteiligten Menschen nach. So beeinflusst jeder Musiker das Ganze, indem er im freien Flug alles aufnimmt, was ihn umgibt und darauf reagiert. Dazu gehören natürlich auch die Aspekte des Reisens und des Essens.“

Der Film ´Jazzsoup´ wird so zu einem außergewöhnlichen Dokument über Genuss und Genüsse und er vermittelt ein Gefühl dafür, warum dieses menschen- und musikoffene Konzept von The Dorf so packend ist. Musikalisch und menschlich.

JAZZSOUP - Der Film

Ein Film von Jorgos Katsimitsoulias, Alexander Kersting und Ilias Ntais
Termine:
21.02. Dortmund, Domicil, 20h
nach dem Film The Dorf live
04.03. Münster, Cinema, 20h
10.03. Köln, Filmhauskino, 17h
© 01. Februar 2013  WESTZEIT ||| Text: Franz X.A. Zipperer
Februar 2013

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