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VERLORENE JUNGS - ...und kein bisschen leise

Mit fast 20 Jahren Bandgeschichte zählen Verlorene Jungs zu den Urgesteinen der deutschen Punkrock/Oi-Szene, eine Zeit, in der sie so ziemlich alle Höhen und Tiefen erlebt haben, mehrere erfolgreiche Alben veröffentlichten, fulminante Liveshows spielten und so einige Disaster durchmachten. Mit ´Verlorene Jungs´ erscheint nun ihre langersehntes neue Platte auf dem eigens dafür gegründeten Label Schema F und legt so einen weiteren Meilenstein in einer ohnehin schon sehr bewegten Geschichte.

Verlorene Jungs, stellt Euch mal vor...

“Wir sind Stefan, Dom, Torsten, Schwefel und kommen aus Düsseldorf, Dinslaken und Gladbeck. Die Band existiert seit 1996.”

Was hat Euch dazu gebracht, Musik zu machen. Wer waren die Helden Eurer Jugend und wer hat Euch maßgeblich beeinflusst?

“Bei einigen fing es schon damit an, in der Schulband spielen zu wollen. In jungen Jahren erhofft man sich durch die Musik die Aufmerksamkeit und die Anerkennung seiner Mitmenschen. Irgendwann wird es zur Leidenschaft und anschließend ein fester Bestandteil des Lebens. Die Helden unserer Jugend waren definitiv Nirvana, NOFX, Metallica, the Cure, Bad Religion u.v.a. Anschließend wurde ein Teil von der oi!- und SkatePunk Szene inspiriert. Inzwischen sind unsere Musikgeschmäcker so breit gefächert, dass man keinen gemeinsamen Konsens mehr nennen könnte.”

Die Texte auf Eurer neuen Scheibe sind durchgehend sehr melancholisch, wer schreibt bei Euch die Lyrics und was hat Euch diesmal inspiriert?

“Die Texte sind von Schwefel und Stefan. Es sind immer wieder Lieder dabei die schon vor fast 15 Jahren geschrieben wurden. Sie entstehen im alltäglichen Leben und sind stetige Momentaufnahmen. Wir zehren eigentlich immer aus unserem persönlichen Demo-Repertoire und schreiben nicht exquisit für ein anstehendes Album.”

Was bedeutet Punkrock heute für euch?

“In der Vergangenheit: Anstrengende 70er Punkbands, neonfarbende 80er Funpunks und die Erlösung durch Kurt Cobain in den 90ern. Heute bedeutet es für uns u.a. neben den alltäglichen Verpflichtungen, von einem kleinen Junggesellenzimmer aus, in einer Wohngemeinschaft, ein Mini DIY-Plattenlabel zu führen, nachts nach der Arbeit noch Pakete zu packen, die anschließend neben dem Bett gestapelt werden:)”

Für Euer neues Album habt Ihr eigens ein eigenes Label gegründet, Schema F Records – was hat Euch dazu bewogen?

“Wir waren uns nicht einig, bei welcher Plattenfirma wir unterschreiben sollen. Es war keine dabei, hinter der wir zu 100% stehen konnten. Hinzu kamen noch die Enttäuschungen vergangener Deals. Wir haben für eine Szeneband echt viele CDs und Platten verkauft, aber dennoch wurden wir meistens mit dem Standardprogramm abgespeist. Sicherlich haben sich einige auch Mühe gegeben, aber wenn ich jetzt sehe. was wir mit unserem Selbstversuch zur Veröffentlichung bisher schon erreichen konnten, mit unseren stark begrenzten finanziellen Mitteln, dann ist das, was stellenweise gelaufen ist, einfach ein schlechter Witz. Mit Sunny Bastards waren wir sehr zufrieden. Für die Zeit und unseren Sound damals war das schon echt ordentlich. Jetzt wird die Zukunft zeigen was wir mit unserem eigenem Label erreichen können.”

Was steht für Euch in nächster Zeit noch an?

“Wir zählen natürlich die Tage bis zur Veröffentlichung des Albums runter. Die Vorfreude auf unsere Releaseparty ist auch enorm. Ein großes Festival im Sommer ist gebucht und es liegen viele Konzertanfragen vor. Aber da hapert es derzeit noch ein wenig. Das Thema Booking ist ein sehr leidiges Thema, und auch schwer für uns in den Griff zu bekommen. Vielleicht findet sich ja demnächst mal die passende Abhilfe.”

Aktuelles Album: Verlorene Jungs (Schema F)
© 01. April 2015  WESTZEIT ||| Text: Micky Repkow
April 2015

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