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SAMSARA BLUES EXPERIMENT - Melodie und Härte

Die Jungs von Samsara Blues Experiment sind brachiale Perfektionisten und mit radiotauglichen Stückformaten haben sie definitiv nichts am Hut. Was richtig gut werden soll braucht sein Zeit. Das Lied Revelation&Mystery, welches das gleichnamige Album beschließt braucht eben seine zwölf Minuten. Doch was ist das für eine Musik, die so lange braucht, um ihren ganzen Zauber und ihre gesamte Schlagkraft zu entfalten?

Episch und euphorisch

Eine gute Frage, das. Aber richtig schwer zu beantworten. Ein Näherungsversuch kann über die Idole der Band erfolgen. Multiinstrumentalist und Frontmann Christian Peters neent auf Nachfrage Kirk Hammett seine Mitstreiter von Metallica, Jimmy Page, Tony Iommi sowie der längst verstorbene Heavy Metal-Gitarrist Randy Rhoads. Softrock ist auch bei den anderen Bandmitgliedern nicht angesagt. Psychedelisches und bluesiges Material wird noch ins Rennen geschickt. Und der Blues versteckt sich ja bereits im Namen der Formation. Und passt auch gut zu einer Truppe, die ihre ellenlangen, teilweise auch an Krautrock erinnernden, Stücke im Jamverfahren entwickelt. Gerade bei der aktuellen Platte wurde auch das Jammen weiter kultiviert.

„Alles, was an musikalischen Ergebnissen auf der platte zu hören ist sehr organisch und intuitiv entstanden“, erklärt Christian Peters, „natürlich jammen wir noch, aber wir denken mittlerweile häufiger nach. Wir suchen heute ganz gezielt nach dem, was gut ist und eliminieren was zu langatmig ist und damit langweilig wäre.“

Das kommt den Stücken, die auf der Platte zu hören sind sehr zu gute. Kompakter und konzentrierter kommen sie daher und fransen nicht mehr so aus, wie dies noch auf dem Album „Long Distance Trip“ der Fall war. Die epische Liedbreite ist zwar geblieben, hat aber in Sachen Emotionalität und Euphorie deutlich hinzu gewonnen.



Experimentierfreudig und offen

So ist die CD „Revelation&Mystery“ zum eindeutigen Beleg dafür geworden, wie experimentell und offen Samsara Blues Experiment an neue Kompositionen herangehen.

„Der unbedingte Wille künstlerisch immer weiterzugehen, lässt uns auch nach immer neuen musikalischen Impulsen suchen“, erläutert Christian Peters. Diese stetige Entwicklung führt er auch auf den Bluesgehalt ihrer Musik zurück.

„Der Blues war immer in mir und den werde ich als emotionales Gefühl vermutlich auch mein Leben lang nicht mehr los“, fährt er fort, „und dieses Gefühl ist für einen Musiker wichtiger als vieles andere. Ausbildung und Praxis tragen zwar zur besseren Fertigkeit am Instrument bei. Doch was nützt es dir für die Musik, wenn du die Intensität des Lebens dabei nicht fühlst. Das ist doch Blues.“

All diese Reflektionen spiegeln sich in den neuen Stücken von Samsara Blues Experiment wider. Rockig fetter sind sie geworden. Klarer durcharrangiert. Am Ende wird der Hörer das Gefühl nicht los, dass sich dadurch sogar die schon immer vorhandene Spielfreude und Leidenschaft der Truppe noch weiter gesteigert hat.

Aktuelles Album:Revelation&Mystery (World In Sound/Rough Trade)
© 01. Februar 2012  WESTZEIT ||| Text: Franz X.A. Zipperer
Februar 2012

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