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THE NIGHTINGALES - und die glücklichen Alkoholiker

Nachtigallen faszinierten und inspirierten schon immer die Menschen. Und in Finnland ist es nicht anders. Gut Ding will Weile haben und das erst recht in Rovaniemi, der Heimat von Santa Claus, der Hauptstadt des finnischen Lapplands. Genau von dort nämlich kommen die Nightingales nämlich her. 2004 erschien auf TUG Records “Cartoon Of A Band”, das Deutschland-Debüt dieses charmanten Fünfers, eine quasi „Best-Of-Langrille dieser Band. Die Nightingales schaffen es spielerisch die besten Momente von Dr. Feelgood, T.Rex und den frühen Kinks in Gitarren-Pop und Retro-Rock zu verpacken. Und über allem dem schwebt das typische Bar-Piano, dass ihren Sound so charakteristisch nach Pubrock klingen lässt. Ihnen eilt der Ruf voraus, einer der besten finnischen Livebands zu sein. Und die Texte von Marko Kontola sind voller Skurrilitäten. Fast zu britisch um finnisch zu sein, wäre da nicht der charmante Akzent...

„Senitmental Hospital“ ist der Titel ihres aktuellen Albums, dass voller Charme, Energien, Ideen, Pointenwitz und Tragikomik steckt. Grund genug Mr. Kontola, seines Zeichens Sänger der Nightingales, ein paar Antworten zu entlocken.

Wusstet Ihr, dass es bereits 1979 in England eine Punkband namens The Nightingales gab?

„Ne, wussten wir nicht. Sind wir dumm?“

Eure Wurzeln sind sowohl bei The Kinks, T. Rex als auch Slade und Dr. Feelgood zu finden. Haben diese Bands Euch auch tatsächlich geprägt?

„Für mich waren und sind The Kinks eine der größten Bands überhaupt. Pasi indessen ist sehr vom britischen R´n´B geprägt. Jukka und Jorma klassifizieren sich als akademische Musiker. Ari hingegen ist ein Heavymetaller. Unsere Wurzeln sind also eine Mischung aus den Interessen der Bandmitglieder, aber keine Mixtur aus den Rocksounds dieser Ära.“

Wenn ich Eure Musik beschreiben sollte würde ich sagen Pubrock meets Powerpop goes 60ies Punk. Ist das korrekt – seht Ihr das genauso?

“Du kannst uns beschreiben wie du möchtest. Ich denke, wir machen einfach nur gute Musik. Ich bin traurig, dass es mir aufgrund der Sprache nicht möglich ist, unsere Musik auf einen Nenner zu bringen. Aber Pubrock beschreibt sie ganz gut.“

Wie findet Ihr Saufgelage?

“Für die, die es mögen, ist es okay. Aber so ganz versteh ich deine Frage nicht.“

Tja, in Eurem Titelsong „Sentimental Hospital“ heißt es „We happy alcoholics“. Was ist denn damit gemeint?

“Es bedeutet, dass eine Menge Leute denken, dass Alkoholiker Verlierer sind. Ich denke, dass sich viele von ihnen für diese Lebensweise entschieden haben, weil sich keiner für sie interessiert. Und so ist ein Leben ohne Alkohol fast unmöglich.“

Eure Songs überschreiten selten den drei Minuten Bereich. Was ist der Grund dafür?

“Chuck Berry hat einmal gesagt: Wenn ein Song länger als 2Minuten 22 ist, hat er einen Vers zu viel, oder es ist zu langsam.“

Euer neues Album “Sentimental Hospital” hat alles das, was zu einem Klassiker gehört. Du zeigst dich auf dem Zenit deiner songwriterischen Fähigkeiten und man merkt euch die Spielfreude bei jedem Ton an. Was ist der Unterschied zu Euren Vorgängeralben, die ich leider nicht kenne?

“Dieses neue Album ist straighter, unser Rock´n´Roll geht mehr nach vorne als vorher. Wir und das Publikum werden älter, also überlegen und handeln wir jetzt einfach fließender. Möglicherweise gibt es etwaige Änderungen in der Weise, wie das Album produziert wurde.“

Spätestens wenn Ihr im Herbst 2007 auf Tour nach Deutschland kommen, werdet Ihr auch die letzten Zweifler zum Verstummen bringen. Dann darf sich die ganze Garde schwedischer Retro-Rocker warm anziehen. Was habt ihr unserem Publikum zu sagen?

“Kommt bitte zu unseren Gigs. Ich verspreche, ihr werdet durchgeschwitzt und heiter unsere Konzerte verlassen. Also haltet Ausschau nach den Nightingales!“.

Auf was darf sich das deutsche Publikum gefasst machen?

„Auf gute Musik, und das wir bemüht sein werden, so nüchtern wie möglich zu bleiben!“

Aktuelles Album: Sentimental Hospital (Tug Records / Indigo)
© 01. Mai 2007  WESTZEIT ||| Text: Georg Lommen
Mai 2007

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