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THE LONG BLONDES - Punk-Power-Pop!

England hat einen neuen Hype - The Long Blondes aus Sheffield. Sie rocken die Insel mit einer coolen Mischung aus Indie, Film noir und Punk-Pop. Kate Jackson nahm sich kurz vor einem Konzert in Nottingham die Zeit, um der WZ Hintergründe zu erläutern.

„Wir hatten ein Foto-Shooting, mußten eine Akustik-Session spielen, dann kam der Soundcheck. Zwischendurch permanent Interviews. Wir sind wirklich sehr beschäftigt heute.“

Kürzlich waren Chef-Protagonistin Kate Jackson, Gitarrist Dorian Cox, Bassistin Reenie Hollis, Keyboarderin Emma Chaplin und Schlagzeuger Screech noch die beste neue britische Band ohne Plattenvertrag (der NME das Quintett eineinhalb Jahre intensiv gepusht). Im April haben sie einen Vertrag bei Rough Trade unterschrieben.

„Wir bestehen nunmehr dreieinhalb Jahre als The Long Blondes, niemand hatte vorher in einer Band gespielt. Als wir uns erstmals zum Üben trafen, war es mehr Langeweile, ausserdem mochten wir zu der Zeit keine andere Musik hören. Wir waren eigentlich nicht wirklich Musiker(Innen), hatten unsere Instrumente vorher nicht gespielt. Wir bekamen einen Gig in York, hatten zwei Monate Zeit, dafür ein Programm zu erarbeiten. Danach kamen die Angebote von allein. Durch den Vertrag sind wir in der Lage, die Band in Vollzeit zu betreiben, konnten endlich unsere alten Jobs quittieren.“

Das Programm reicht mittlerweile für 40-45 Minuten, besteht ausschließlich aus eigenen Songs.

„Wir haben noch nie 90 Minuten performt, vielleicht passiert soetwas einmal nach dem zweiten Album!“

Jackson biegt sich vor Lachen.

„´Covers´ spielen wir nicht mehr, weil es immer im Desaster endete. Früher haben wir eine Version von Del Shannon´s ´Runaway´ gespielt.“

Auf Ibiza gab es einmal ein Gastspiel morgens um 3.30 Uhr.

„Der Job wurde uns angeboten, bevor wir den Plattenvertrag unterzeichneten. Cool, spielen wir halt, machen dort gleich Urlaub, haben wir gedacht. Beim Konzert in einem Rave-Tanz-Club waren dann ganze 20 Leute anwesend, alles war sehr merkwürdig.“

Durch ´myspace´ haben die Songs der Long Blondes allerdings einen Status erreicht, der das Publikum sogar bei einem Festival in Mexiko die Texte mitsingen ließ.

„Die(se) Texte schreibt der Dorian, daher bin ich unqualifiziert, mich über die Lyrics zu äußern.“

Die Inhalte sind jedoch sehr von Filmen inspiriert, besonders jene aus den 40er und 60 Jahren haben es den Musiker(Inne)n angetan. Daneben hat Jackson ein Faible für David Lynch. „´Blue Velvet´ist zwar etwas ´dunkel´, eine Art `modern noire´und ´Twin Peaks´ eher eine Mörder-Historie, aber bestimmt kein Horror! Ich bin ein Mädchen, habe nie Horror-Filme geguckt!“

Die musikalische Inspiration ist ebenfalls breit gefächert.

„Es kommt auf die Songs, auf den Sound an. Vielleicht schreiben wir Pop-Songs, aber man kann nicht direkt von einer Indie- oder Punk-Band sprechen. Dafür haben wir zuviel Modern Soul, Motown, Country-Anteile und New Wave in unserer Musik.“

Ebenso nennt Jackson Roxy Music, Blondie, The Smiths und Pulp als Innovatoren. Pulp-Bassist Steve Mackey konnte gar als Producer für das Debut-Album „Someone To Drive You Home“ gewonnen werden.

„Es war ein Genuss, mit ihm zu arbeiten. Steve war elf Jahre bei Pulp, hatte einen sehr großen Einfluss auf uns!“

Und (nicht nur) darum sollten die Leute sich die Long Blondes im Dezember live anhören (bisher gebucht: Berlin / Köln).

„Sag´ den Leuten, wir haben sehr tanzbare Songs!“

Und, in Anspielung auf die Titel „“Weekend Without MakeUp“ / „A Knife For The Girls“:

„Kommt unbedingt mit MakeUp, je mehr Glitter, desto besser. Aber bitte ohne Messer!“

Dann wird sich Kate Jackson endlich nicht mehr mit der Schauspielerin gleichen Namens („3 Engel für Charlie“) messen müssen.

„Es ist beim `googlen´ immer sehr interessant zu sehen, wer in den Links zuerst auftaucht, sie oder ich. Meistens kommt leider die andere Kate zuerst!“

Das wird sich ändern, garantiert!

Aktuelles Album: Someone to Drive You Home (Rough Trade/ Sanctuary) VÖ: 10.11.
Weitere Infos: www.sanctuarygroup.de
© 01. November 2006  WESTZEIT ||| Text: Ralf G. Poppe
November 2006

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