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PIEBALD - American Karneval

Ihr neues Album heißt "We Are The Only Friends We Have", doch kann diese These spätestens nach dem Konzert im Kölner Underground widerlegt werden, das auch den letzten Skeptiker zu einem Freund der Band gemacht haben wird. Und wer die Freude hatte, einen kleinen Plausch mit den Jungs zu haben, der hätte sie am liebsten gleich als beste Kumpels. Basser Andrew hätte ich auch gern gleich hier behalten, aber er wird schließlich noch gebraucht.

Mitten hinein in den Kölschen Karneval platzten die vier Jungs aus den Staaten, und obwohl sie eigentlich viel zu müde waren, spielten sie sich zum absoluten Höhepunkt des diesjährigen närrischen Treibens. So viel Spaß kommt bei keiner Herrensitzung auf und ein Piebald-Gig stellt jeden Karnevalsumzug in den Schatten. Das ist es wohl auch, was den Reiz an Piebald ausmacht: Wo immer sie auftauchen, freuen sie sich über den herzlichen Empfang und geben den Leuten mit einer ordentlich rockenden Show die passende Antwort.

"Hier in Deutschland gefällt es uns großartig, die Leute die unsere Tour organisieren und das Publikum sind fantastisch. Wir haben eine Menge wirklich cooler Shows gespielt, und wir sind es von zu Hause nicht gewohnt, nach dem Gig so komfortabel zu schlafen oder gar ein Frühstück zu bekommen. Leider haben wir wenig Zeit, ein bisschen mehr von der Umgebung zu sehen, da unser Terminplan das einfach nicht erlaubt.”
Zahlreichen Prognosen zu Folge hätte die Band doch das Potential, das "next big thing" der Emo- und Indie-Szene zu werden. Und da backt man so kleine Brötchen?
"Ich denke, dass mit solchen Aussagen viel zu schnell um sich geworfen wird. Wir sind nicht das große Ding, und das wollen wir auch gar nicht um jeden Preis sein. Wir wollen untereinander und gemeinsam mit den Leuten Spaß haben. OK, so lange wir auf Tour sind, können wir von der Musik leben, aber sobald wir wieder zu Hause sind, reicht unser Erspartes wirklich nicht mehr lang. Deshalb werden wir bei unserer Rückkehr nach einer Nacht im eigenen Bett wieder 10 Wochen durch die Staaten touren und vielleicht schon im Oktober wieder Europa beackern.”
Und wenn der Bus der Band wirklich so klein ist, wie Andrew ihn beschreibt, stehen den Jungs wohl nervenaufreibende Zeiten bevor.
"Ich halte das gar nicht für so dramatisch, denn wir alle sind ziemlich verrückt, jeder auf seine Art, aber wir passen einfach gut zusammen, und das ist auch der Grund, weshalb es nicht so schnell zu einem Burnout kommen wird."
Da stellt sich die Frage, was der Grund dafür war, dass die Band vor dem neuen Album ein Jahr auf Eis lag. Und unter großem Gelächter kommt als Antwort:
"Vielleicht waren wir ausgebrannt. Aber wirklich, diese Pause tat gut. Ich glaube, dass wir in dieser Zeit noch enger zusammengewachsen sind als in den 8 Jahren zuvor.”
Hat sich das denn auch auf die neuen Stücke ausgewirkt?
"Ich denke, dass uns vor allem gut getan hat, dass wir einen ganzen Monat für die Produktion zur Verfügung hatten. Das war wirklich eine tolle Zeit mit den Jungs und Paul Kolderie in seinem fantastischen Studio.”
Und da sich Defiance Records der Jungs angenommen hat, ist zu erwarten, dass wir auch in Zukunft noch viel Freude an dieser Band haben werden.

Aktuelles Album: We Are The Only Friends We Have (Defiance/Zomba)
Weitere Infos: www.piebald.com
© 02. März 2002  WESTZEIT ||| Text: Sven Trappen ||| Foto: Bryan Sheffield
März 2002

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