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APOPTYGMA BERZERK - Let's Stay Together - In Sweet Harmony...

Eigentlich kennen wir aus den "Norwegian Woods" nur diese blutrünstigen Grunzkapellen, die dem Volk satanistische Botschaften vor die Füsse werfen. Es geht auch anders im hohen Norden. Davon will uns die neueste Apotygma Berzerk-CD überzeugen. Schnucklig-süsse Melodien statt Mördermetall, feiner Dancetechno statt Knüppelsound. AB-Mastermind Stephan Groth telefonierte sich auf Promotour die Ohren wund. WESTZEIT schrieb mit und begann mit der dämlichsten aller Fragen:
Was bedeutet der Bandname?

„Es ist ein wirklich verrückter Name. Als wir 1991 anfingen, machten wir sehr komische Musik, zumindest für Norwegen. Also brauchten wir einen speziellen Namen. Er hat keine tiefere Bedeutung.“

Stephan entstammt einer Musikerehe, sein Vater war Jazz-Musiker und seine Mutter DJane.

„Sie arbeitete in einem Club und kümmerte sich dort um die Musik, also bin ich mit viel guter Musik aufgewachsen. Ich mag sehr viel aus den 60ern und 70ern, was nicht gerade üblich für jemanden ist, der elektronische Musik macht. Mein Vater kommt aus der Bluesrock-Richtung und veröffentlicht immer noch Platten. Ehlich gesagt mochte ich den Blues nie, aber zumindest hat er mich dazu inspiriert, selber Musik zu machen. Meine Eltern verstehen elektronische Musik nicht wirklich, aber sie respektieren, was ich mache.“

Spielt der Albumtitel „Harmonizer“ auf das Computerwerkzeug an?

„Harmonieren ist etwas positives, Melodien, die harmonieren, ein Mensch, der mit sich im Einklang steht, mit seiner Umgebung zurecht kommt, mit anderen Leuten. Es ist auf jeden Fall positiv und reflektiert, dass es eine Menge Harmonie auf dem Album gibt. Hör dir das Intro an - wir machen alle Synthesizer an und stimmen die Instrumente, bis sie perfekt harmonieren. Dann erst beginnt die Platte.“

Wer wird dich auf Tour begleiten?

„Ein Gitarrist, ein Keyboarder und ein Schlagzeuger. Zum ersten Mal wird ein Live-Drummer jeden Song unterstützen. Wir proben momentan und es hört sich sehr gut an. Es bringt eine feine Energie mit sich, dei vor allem in den alten Songs sehr gut kommt. Wir werden zwei Support-Acts haben, No Comment aus Deutschland und Echo Image aus Norwegen.“

Früher war deine Musik wesentlich rauer und härter...

„Dies hier ist das vierte Studio-Album. Ich habe den Sound vom ersten Album an weiterentwickelt, das sehr hart war und auf dem ich versuchte, wie Front 242 zu klingen. Ich werde auch älter und bekomme meinen eigenen Sound. Ich brauche jetzt mehr Melodiösität und trage diese ganze Aggression nicht mehr in mir.“

Wie wichtig war es, dass du erstmals mit einem Produzenten zusammengearbeitet hast?

„Ich habe mit Alon Coban aus New York zusammengearbeitet und es war eine gute Erfahrung. Er hat den ganzen technischen Kram geregelt und den Stil nicht verändert. Ich finde, die Soundqualität ist recht klar und scharf ausgefallen - Das Ergebnis hört sich sehr gut an.“

Warum magst du Photoshop nicht?

„Das ist eine Art Witz. Ich liebe Photoshop. Das Ding war, dass dieser Song von Realität und Irrealität handelt. Alles, was Du in Magazinen siehst, all diese Bilder sind durch Photoshop gelaufen, alles ist editiert worden, damit die Leute besser aussehen, als sie es in Wirklichkeit tun. Das ist etwas, das man im Hinterkopf behalten sollte, weil es die Welt nicht realitätstreu abbildet. Versteif dich nicht zu sehr auf Fakes!“

Ein unerwartet tiefsinniges Ende.



Aktuelles Album: Harmonizer (wea)
Weitere Infos: www.apoptygmaberzerk.com
© 02. März 2002  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla ||| Foto: Olaf Heine
März 2002

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