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BELASCO - Immer hoch hinauf

Mit einem netten „Hallo, wie geht´s?“ begrüßten mich Tim Brownlow und Bill Cartledge, 2/3 der Londoner Band Belasco, zum Interview. Sie haben gerade ihre erste Promotiontour des frisch erschienenen Albums „Knowing Everyone´s Okay“ hinter sich, sind voller Tatendrang - eine ausgiebige Tour liegt vor ihnen - und sehr gespannt auf die Resonanz. Und die war, glaubt man ihren Worten, bislang sehr gut.

„Die meisten sagten, dass es sehr positiv und frisch klingt. Das ist genau das, was wir erreichen wollen. Es ist schön zu hören, dass den Leuten das neue Album gefällt.“ Und tatsächlich klingt es durchweg sehr natürlich, optimistisch, variantenreich und lebendig auch bedingt dadurch, dass es live eingespielt wurde. Variantenreiche Wechselspiele zwischen markantem Gesang, treibendem Schlagzeug, schmetternden Gitarren, mal zurückhaltend, mal explodierend, geben diesem Werk einen ganz besonderen Charakter. Geprägt wurde Tim von David Bowie und Neil Young. Bill und Duff mögen es da eher härter: Tool! Dieses Zusammentreffen verleiht den Songs eine interessante, kontroverse Note. „Früher waren wir als Musiker noch nicht so weit wie heute. Wir haben immer darauf geachtet, technisch alles richtig zu machen und sind dem Rhythmus mechanisch gefolgt. Jetzt spielen wir intuitiver und arbeiten komplett mit Live-Takes, was auch viel mehr Spaß macht und dem Ganzen einen gewissen Fluss verleiht. Alles ging sehr schnell. Nach ein paar Warm-ups hatten wir die Songs im Kasten. Ich denke, es ist sehr gut, dass wir einen unterschiedlichen Musikgeschmack haben. Duff und ich spielen unsere Instrumente eher aggressiver und wenn dies dann auf Tims traditionelles Singer/Songwriting trifft, ergibt das eine gute Mischung.“ In der Vergangenheit waren Belasco sehr vom Pech verfolgt. Simon Morgan, der Kopf von Splendid Music, ihrem ersten Label, starb. Somit mussten wieder Klinken geputzt werden. „Das war sehr hart. Wir kannten Simon ziemlich gut und waren natürlich geschockt. Auf der einen Seite denkst du ´Oh mein Gott, der arme Kerl!´, auf der anderen natürlich auch an dich selbst und fragst dich, was jetzt aus uns und unserem Album wird. Als wir erkannten, dass Splendid seine Arbeit einstellen wird, waren wir am Boden zerstört. Aber wir wollten es schaffen, haben weiter gemacht und sind dann auf das deutsche Label Supermusic gestoßen...“ ...bei dem sie jetzt unter Vertrag sind. Während sich in England bislang niemand richtig für sie interessierte, dürfte es nun im deutschsprachigen Raum aufwärts gehen. In Deutschland fühlen sie sich sehr wohl und genießen es jedesmal hier zu sein. „Es gibt sehr viele schöne Städte aber leider sehen wir nie sehr viel von ihnen, da uns die Zeit fehlt. Ein typisches Rock´n´Roll-Klischee, aber da ist was dran. Wir suchen uns in jeder Stadt das höchste Gebäude aus und klettern rauf, damit wir wenigstens einen kleinen Eindruck bekommen. Als wir das erste mal in Halle spielten dachten wir zuerst, es würde furchtbar werden, da der Veranstaltungsort sehr merkwürdig war. Aber es wurde eine gigantische Nacht. Es gab keine Bühne, wir standen einfach so vor dem Publikum und haben abgerockt. Wir lernten dann zwei Leute kennen, die auch tags darauf zu unserem Gig nach Leipzig kamen. Die haben uns angeboten eine Website für uns zu gestalten. Ich muss sagen, das machen sie ziemlich gut.“ Am 22.4. startet ihre terminreiche Deutschland-Tour in Köln (Daten unter www.belasco.de), und neben den kleinen Clubgigs freuen sie sich auch auf die Festivalsaison - endlich mal vor größerem Publikum spielen... „...then I probably cry, I will!“

Aktuelles Album: Knowing Everyone´s Okay (Supermusic/PIAS/Zomba)
Weitere Infos: www.belasco.de
© 01. April 2003  WESTZEIT ||| Text: Marco Pawert ||| Foto: Jim Davidson
April 2003

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