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THE WHITE STRIPES - Detroit Rock City

Vor 33 Jahren, so sagt es die Legende, flog Elektra-Records-A&R Danny Fields nach Detroit, um die sagenhaften MC5 für das Label unter Vertrag zu nehmen. Am gleichen Wochenende sah er auf Empfehlung von MC5-Gitarrist Wayne Kramer auch noch deren "kleine Brüder" The Stooges – und signte so gleich zwei legendäre Bands an einem Wochenende. Mehr als drei Jahrzehnte später ist die Stadt, die uns Anfang der 60er den Motown-Soul-Sound bescherte, wieder zurück auf der (alternativen) musikalischen Landkarte, und das verdankt die vergessene Metropole an der Grenze zu Kanada vor allem den White Stripes, die mit den rohen Emotionen ihres dritten Albums "White Blood Cells" den Nerv der Zeit getroffen haben wie sonst kaum eine andere Band des abgelaufenen Jahres.
Mehr als drei Jahrzehnte später ist die Stadt, die uns Anfang der 60er den Motown-Soul-Sound bescherte, wieder zurück auf der (alternativen) musikalischen Landkarte, und das verdankt die vergessene Metropole an der Grenze zu Kanada vor allem den White Stripes, die mit den rohen Emotionen ihres dritten Albums "White Blood Cells" den Nerv der Zeit getroffen haben wie sonst kaum eine andere Band des abgelaufenen Jahres.
Und auf einmal wird klar, dass Detroit so etwas wie das "neue Seattle" werden könnte, "Ich habe kein Problem damit, solange damit die Tür für andere Bands aus Detroit geöffnet wird", antwortet Gitarrist und Sänger Jack White beim Westzeit-Interview in Köln auf die Frage, ob es problematisch für ihn sei, als Speerspitze einer neuen Generation der Garagenbands in den Vordergrund gerückt zu werden. "Letztendlich bedeutet das nur, dass eine Reihe großartiger Bands nach langem Warten endlich Gehör finden, und daran kann ich nichts Schlechtes sehen. Als ‚Szene‘ bezeichnet zu werden ist zwar immer problematisch, aber ich glaube nicht, dass wir besonders gefährdet sind, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand von uns wirklich groß rauskommt." In England gibt es trotzdem eine wahre White-Stripes-Mania, und auch in Deutschland, wo diesen Monat auch ihre ersten beiden Alben – "The White Stripes" und "De Stijl" - wiederveröffentlicht werden, konnten Jack und seine Schwester Meg bereits kräftig abräumen. Hart, kompromisslos, dreckig und vor allem unglaublich direkt benötigten die zwei beim Konzert in Köln wirklich nicht mehr als Drums, Gitarre, Gesang (und zweimal auch alternativ ein E-Piano), um den durch 25 Jahre Punk und 15 Jahre Indie-Rock geprägten Blues des neuen Jahrtausends zu zelebrieren. Warum so mancher Teenie inzwischen lieber die White Stripes hört als irgendeine x-beliebige Nu-Metal-Combo, ist allerdings auch Jack ein Rätsel, vor allem, weil sich bei ihren Konzerten manchmal geradezu groteske Szenen abspielen, wenn die White Stripes Coverversionen von 30er-Jahre-Bluesklassikern spielen: "Vor ein paar Tagen in England haben wir ‚Death Letter‘ von Son House gespielt, das ja auch auf einer unserer Platten ist, und in der ersten Reihe haben ein paar Mädels mitgesungen. Das war schon sehr seltsam, 16-jährige Girlies ein Son-House-Stück singen zu sehen." Ein Szenario, das die Band verblüffte, aber immerhin haben sie uns mit ihren drei Alben auch ganz schön von den Socken gehauen und so die Meßlatte für alle Garagenbands verdammt hoch gelegt!

Aktuelles Album: "White Blood Cells" / "De Stijl" / "White Stripes" (alle XL Recordings / Connected)
© 10. Januar 2002  WESTZEIT ||| Text: Carsten Wohlfeld
Januar 2002

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