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SUNBURN - Phase 2

Und die Jahre ziehen ins Land – und da wird natürlich zünftig weitergerockt und nicht ans Aufhören gedacht. Lieber lernt man aus dem Geschehenen und schiebt sich selbst in die nächste Runde vor. Nach dem furiosen Start mit "Beauty?" folgt nun für das süddeutsche Quintett Sunburn die wahre Standprobe, denn man muss auf zwei Beinen fest stehen können, um sich in diesen Tagen und in diesem Business zu beweisen. Und wer das weiss, ist klar im Vorteil.
Das verflixte zweite Album also nun. Wie gut lief denn das erste und wie zufrieden ist die Band im Nachhinein damit?

"Den Umständen entsprechend würde ich sagen Note 3!", verrät Gitarrist Lars Bischoff. "Damals lief alles etwas chaotisch. Das Label war neu, wir waren neu im Business, und es wurden vielleicht gewisse Prioritäten in Bezug auf Promotion und Budgetverteilung falsch gesetzt... aber gut, Fehler sind da um daraus zu lernen! Alles in allem können wir aber damit zufrieden sein, denn die Songs waren und sind gut, und wenn alles am Anfang perfekt gewesen wäre, hätte man vielleicht keine Möglichkeit mehr gehabt einen weiteren Schritt nach vorne zu machen. Zufrieden sollte man sowieso nie sein, denn das ist im Musikbusiness sehr ungesund."

Ein anderes Studio, ein anderer Produzent, ein etwas derberer Sound – wolltet Ihr Euch klanglich bewusst vom Vorgänger distanzieren bzw. unterscheiden?

"Genau das war der Grundgedanke! Wir hätten auch wieder die Möglichkeit gehabt mit unserem alten Produzenten Ralph Quick zu arbeiten. Er hat von uns Demosongs bekommen fand diese gut und wäre auch bereit gewesen, aber wir hatten uns dann für Jan Loewenhaupt entschieden mit dem wir auch unsere Demos aufgenommen hatten. Das war alles auch keine Entscheidung gegen Ralph Quick, denn wir kamen sehr gut miteinander aus und auch die Zusammenarbeit mit ihm war sehr angenehm, lehrreich und auf ihre Weise gut. Die Entscheidung für Jan kam daher, dass er näher an der Band war, unsere Livegigs mischte, und so genau wusste was Sunburn ausmacht. Ralph steht eher für einen glatten Sound, wohingegen Jan mehr unsere eher rauhe Liveatmosphäre einfängt und gewisse Ecken und Kanten stehen lässt."

Habt Ihr jemals daran gezweifelt, dass ihr songtechnisch noch einmal ein so ausgeglichenes Album hinbekommt oder hattet ihr einen ähnlich großen Grundstock an Songs zur Verfügung?

"Daran gezweifelt hat bei uns keiner. Wir hatten viel mehr das Ziel, ein besseres und vielleicht ein etwas noch ausgeglicheneres Album zu kreieren! Wir hatten wieder recht viele Songs, und auch einige mehr aufgenommen, als letztendlich auf dem Album zu hören sind. Einige der Songs sind auch letztendlich besser geworden als anfangs gedacht."

Gibt es ein textliches Thema auf dem Album?

"Ich bin niemand der sich irgendwelche Geschichten ausdenkt oder erfindet, das ist nicht mein Ding. Logisch ist es vielleicht für viele abgedroschen, über Gefühle zu schreiben, aber nur für den Trend oder den Hype etwas vorzugeben, das man nicht ist, halte ich für unehrlich! Leider trifft das auf den größten Teil in diesem Business zu! Ich bin lieber echt, und das trifft auch auf die anderen aus der Band zu“.

Das Artwork ist einmal mehr schlicht gehalten. Let the music do the talking?

"Ich stehe einfach auf das "weniger ist mehr"-Prinzip. Einfache Sachen gut aussehen zu lassen ist immer schwieriger als irgendetwas vollzustopfen. Im Endeffekt verhält es sich mit den Songs ähnlich, denn diese Band steht nicht für einen ultrakomplexen Songaufbau, verzwickte Solos, hochtrabende Texte mit grammatikalischen Höchstleistungen auf Dr.- und Professoren-Niveau... hier steht der Song im Vordergrund und sonst nix!"

Und die Tatsache, dass man Sunburn genau das eben immer noch anhört, ist ein unbestrittener Vorteil auf diesem wilden Terrain. Wenn hier keiner mit der Axt reinfährt wird man von dieser sinnvoll und durchdacht agierenden Band noch viel hören.



Aktuelles Album:

Loose Yourself (Zero2/Alive)
© 01. November 2005  WESTZEIT ||| Text: Axel Nothen
November 2005

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