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BERND BEGEMANN & DIE BEFREIUNG - Die eigene Tradition

Wenn eine Plattenfirma sagt, das neue Album sei das beste des besagten Künstlers seit Jahren, ist das meistens gelogen. Im Falle von Bernd Begemann ist es aber nichts als die Wahrheit. Erstmals seit den Tagen mit Die Antwort wieder mit Band, hat der Hamburger mit seiner neuen vierköpfigen Combo Die Befreiung eine hervorragende neue Platte namens "Unsere Liebe ist ein Aufstand" eingespielt. Sie ist nicht nur voll gestopft mit dynamischen Powerpopsongs wie dem Titeltrack oder der Single "Ich habe nichts erreicht außer dir" und den Begemann-typischen, herzergreifenden Balladen à la "Wir träumen von Liebe", die Platte erscheint auch auf Tomte/Kettcar-Label Grand Hotel Van Cleef, bekannt als "Das Label, das nichts falsch macht".

"Für mich heißt das vor allem, dass ich zum ersten Mal seit zehn Jahren nicht alleine fühle", sagt Begemann beim Treffen mit der WESTZEIT im Hamburger Büro seiner Plattenfirma. "Ich habe eine Band und ein Label, und die Leute hier bei Grand Hotel sind nicht zuletzt auch fleißiger als die meisten bei anderen Labels, die ich so kenne. Sie sind auch cleverer und machen smarte Sachen und haben trotzdem immer die Musik im Hinterkopf." Das neue Werk ist bereits Begemanns drittes Album (auf ebenso vielen verschiedenen Labels) innerhalb nur eines Jahres. Vor "Unsere Liebe ist ein Aufstand" gab es letzten Herbst die Country-Kollaboration "This Road Doesn't Lead To My House Anymore" mit Dirk Darmstaedter und letzten Sommer mit "Endlich" ein lupenreines Sommer-Pop-Album. "'Endlich' hat vor allen Dingen Frauen gefallen, während die Platte für Indie-Deutschland überhaupt kein Thema war. Das Countryalbum mochten in erster Linie ältere Jungs, und mit der neuen Platte kommen hoffentlich alle zurecht." Ob dem Album der Befreiung der Erfolg zuteil wird, den es ohne Frage verdient, wissen wir natürlich (noch) nicht, sicher dagegen ist bei so vielen Veröffentlichungen binnen so kurzer Zeit, dass der Begriff "Schreibblockade" im Begemann'schen Wortschatz nicht zu existieren scheint. "Wenn ich Engländer oder Amerikaner wäre, würde ich vielleicht Rockklassiker covern. Oder Pavement oder Pixies oder Chuck Berry oder was weiß ich. Hier bei uns gibt es nicht so viel zum covern, weil wir nicht diese Tradition haben", erklärt Begemann den Grund für die Fülle von Songs aus seiner Feder und fügt hinzu: "Ich bin einfach meine eigene Tradition!"
Weitere Infos: www.bernd-begemann.de
© 01. Mai 2004  WESTZEIT ||| Text: Carsten Wohlfeld ||| Foto: Felix Gebhard
Mai 2004

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