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Der süße Saft des Lebens

Russ Meyer's Nite - 20.09.2002, 013, Tilburg (NL)

Der süße Saft des Lebens

Als die WESTZEIT-Agenda für den September 2002 fertig war, traute ich meinen Augen kaum. Ein verrückter Belgier hatte tatsächlich die Idee, über dreissig Jahre nach der Erstvorführung von Russ Meyer´s Faster Pussycat Kill! Kill! die Hauptdarstellerinnen zu reanimieren um sie auf eine abseitige Russ Meyer Gedächtnis Tournee zu schicken. Das hieß Tura Santana LIVE! Somit ein Pflichttermin. Allerdings einer, den man nur zu gern wahrnimmt.

Die Vorfreude wurde nicht enttäuscht. Etwa 500 zahlende Gäste hatten sich versammelt um sich erst einmal von den niederländischen Apeman ein fettes Surfbrett verpassen zu lassen. Anschließend ließen Lucy Dee´s Angels, eine Burlesque-GoGo-Truppe aus Eindhoven, zu Las Vegas Grind rhythmisch die Hüften kreisen um den Höhepunkt des Abends anzukündigen: Tura Santana, Lori Williams und Haji.Der süße Saft des LebensDie vollstbusigen Aktricen aus diversen Russ Meyer Filmen sind immer noch ein Erlebnis. Vielleicht nicht unbedingt "bloedgeil", wie im Flyer angekündigt, aber immer noch von geheimnisvoller Präsenz. Natürlich haben die Jahre ihre Medallien in den Gesichtern der Damen hinterlassen, aber eine gutgelaunte Tura hatte immer noch mehr Pfeffer im Arsch als jede Techno-Schluse. Das durfte auch eine vorwitzige Stagehand erfahren, der von der Inhaberin diverser Kampfsportgrade kurzerhand in den Schwitzkasten gelegt wurde.
Wie wäre Lisa Marie Presley wohl heute drauf, wenn Tura damals Ja gesagt hätte, als der King sie heiraten wollte?Der süße Saft des LebensGut eineinhalb Stunden rezitierten die Damen aus dem Faster Pussycat Script, immer hinterlegt und aufgelockert durch Surf-Nummern der nun spielenden Reef Riders, die an diesem Abend – um die Erlauchtheit wohl wissend – ihr Bestes gaben und unterstützt von der Roadburn Spaced Out Video Show dem Event einen angemessenen Rahmen verpassten.
Als DJ Joe Starfleet schließlich den Abend mit seinem Set beendete, traten noch einmal zwei Burlesque-Tänzerinen auf. Eigentlich gar nicht schlecht, aber nach den alten Damen irgendwie nicht wirklich funkend. Der anwesende Tom Borderland brachte es mit einer kurzen aber präzisen Aüßerung auf den Punkt: "Kinderteller".
Ein Abend, für den 15 Euro Eintritt beileibe nicht zuviel waren.
Weitere Infos: www.tura-santana.com Foto: Ramblin Man


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